Analysten Empfehlungen vom Vormittag

Goldman Sachs sieht kaum Chancen für das Supermarkt-Geschäft bei der Metro und reduziert die Gewinnprognose. Die Vereins- und Westbank schliesst sich der Kritik an ThyssenKrupp an. HypoVereinsbank bewertet Adva als teuer.

Hamburg - Das US-amerikanische Investmenthaus Goldman Sachs hat die Gewinnerwartung von Metro (725 750) um 15 Prozent gesenkt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Analysten Nicholas Jones und Caroline Tatham in einer am Mittwoch vorgelegten Studie nur noch mit einem Gewinn je Aktie vor Goodwill-Abschreibungen von 2,48 Euro. Im nächsten Jahr werde der Gewinn dann 3,90 Euro betragen. Den Gewinn je Aktie sehen die Experten bei 1,78 Euro im laufenden und 1,99 im folgenden Jahr. Selbst wenn die schwachen Zahlen für 1999 als Vergleichsbasis genommen würden, sei im laufenden Jahr nicht mit einer Verbesserung im Supermarktgeschäft zu rechnen. Die Metro-Aktie stufen die Analysten unverändert als "Market Outperformer" ein.

ThyssenKrupp: Zahlen enttäuschend (Vereins- und Westbank)

Die am Mittwochmorgen vorgelegten Zahlen von ThyssenKrupp (750 000) sind angesichts der gut laufenden Stahlkonjunktur eher enttäuschend, wie Andre Remke, Analyst bei der Vereins- und Westbank, meint. Er verweist auch auf die längerfristigen Abschlüsse im Stahlbereich, so dass sich höhere Umsatz- und Ergebniszahlen wohl erst im zweiten Halbjahr deutlich niederschlagen würden.

Ebenso enttäuschend sei aber, dass es immer noch keine neuen Einzelheiten zur Neustrukturierung des Unternehmens gebe. Lediglich beim Stahlbereich herrsche mit dem geplanten Börsengang im September/Oktober Klarheit. Diese Sparte mache aber nur noch 30 Prozent von Thyssen aus, sagt Remke. Besonders im Automobilbereich seien die Erwartungen nach dem Fehlschlag mit Atecs hochgesteckt, aber unerfüllt. Die Aktie gibt rund elf Prozent nach.

Adva: Hoch bewertet / "Neutral" (HypoVereinsbank)

Auf "marktneutral" lassen die Analysten der HypoVereinsbank (HVB) Adva (510 300), nachdem das Unternehmen am Morgen Zahlen vorgelegt hat. Der Umsatz sei etwas über den Erwartungen ausgefallen, das EBIT habe den Prognosen entsprochen. Die Ergebnisschätzung für 2000/01 bleibt mit minus 0,23/+1,16 Euro je Aktie unverändert. Adva sei ein exzellentes Unternehmen mit hohen Wachstumraten, ein Engagement in Adva biete große Chancen aber auch hohe Risiken. Der Titel sei auch auf dem aktuellen, deutlich zurückgekommenen Niveau hoch bewertet.