Studie Junge Menschen sind Finanzenkenner

Junge Deutsche zeigen Interesse, wenn es um das Thema Finanzen geht. Eine repräsentative Studie zeigt, dass sowohl Altersvorsorge und Sparen wichtig für sie ist. Informationen rund ums Geld holen sich die Jugendlichen bei Eltern, Banken und dem Internet.
"Ohne Moos nix los": Die Studie zeigt, dass junge Menschen über ein gut ausgeprägtes Wissen zu Geld verfügen

"Ohne Moos nix los": Die Studie zeigt, dass junge Menschen über ein gut ausgeprägtes Wissen zu Geld verfügen

Foto: Corbis

Köln - Die große Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen denkt in Finanzfragen grundsolide. Im einer repräsentativen Studie des Westdeutschen Rundfunks stimmten rund 80 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass man mit der Altersvorsorge nicht früh genug anfangen könne. Auch Sparen steht demnach bei jungen Menschen hoch im Kurs: Nur 18 Prozent gaben an, ihnen bleibe nichts zum Sparen übrig. 74 Prozent legen demnach Geld auf die hohe Kante, "um Rücklagen zu haben". Immerhin 34 Prozent nannten ihre künftige Rente als Spargrund. Zugleich lehnten 52 Prozent die Aussage rundweg ab, dass Schuldenmachen in Ordnung sei.

Trotz der Debatte um die Seriosität von Anlageberatern vertrauen der Untersuchung zufolge die jungen Menschen in Geld- und Finanzfragen überdurchschnittlich oft Banken und Finanzberatern. So bezeichneten 53 Prozent die Bank als "sehr verlässlich" - noch knapp vor den Eltern (52 Prozent) und den Finanzdienstleistern/Finanzberatern (49 Prozent). Von der Gesamtbevölkerung hingegen erhielten die Finanzberater schlechte Noten - nur jeder Fünfte hält sie für verlässlich.

Als Hauptinformationsquellen bei Finanzfragen nannten jeweils 80 Prozent der befragten jungen Leute die Eltern, die Bank und das Internet. Lediglich jeder Vierte gab als Informationsquelle die Stiftung Warentest oder die Verbraucherzentralen an. Insgesamt 75 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigten sich an den Themen Finanzen und Geld "sehr" oder "etwas" interessiert - "gar nicht interessiert" waren gerade mal 4,5 Prozent. 79 Prozent der jungen Menschen gaben an, sie könnten "gut mit Geld umgehen".

"Die Studie zeigt, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sogar mehr Interesse haben, sich mit Finanzthemen zu beschäftigen", erklärte der Bamberger Finanzwissenschaftler Andreas Oehler, der die Studie wissenschaftlich begleitete. "Ihr Wissen ist gut ausgeprägt. Sie kennen sich aus."

sk/afp