Eingriff der Nationalbank Schweiz verschärft Kampf gegen starken Franken

Der Eingriff der Schweizer Notenbank vorige Woche ist verpufft - der Franken ist wegen der Talfahrt an den Börsen stark wie eh und je. Nun weitet das Institut seine Maßnahmen aus und flutet den Markt mit Geld.
Starker Franken: Die Liquidität am Geldmarkt wird deutlich ausgeweitet

Starker Franken: Die Liquidität am Geldmarkt wird deutlich ausgeweitet

Foto: DENIS BALIBOUSE/ REUTERS

Zürich - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat zusätzliche Maßnahmen gegen den starken Franken ergriffen. So soll die Liquidität am Schweizer-Franken-Geldmarkt weiter "signifikant" ausgeweitet werden, teilte die SNB mit. Die Sichtguthaben der Banken der SNB werden von derzeit 80 Milliarden auf 120 Milliarden Franken steigen.

"Die deutlich gestiegene Risikoaversion an den internationalen Finanzmärkten hat die Überbewertung des Schweizer Franken in den letzten Tagen nochmals verschärft", begründete die SNB ihre Entscheidung. Die SNB will, falls notwendig, weitere Maßnahmen gegen die Frankenstärke ergreifen. "Die massive Überbewertung des Schweizer Frankens stellt eine Bedrohung für die Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz dar und hat die Abwärtsrisiken für die Preisstabilität weiter erhöht."

Direkte Interventionen an den Devisenmärkten kündigte die SNB jedoch nicht an. Um den Anstieg der Frankenliquidität zu beschleunigen, wird die Notenbank zusätzliche Devisenswap-Geschäfte abschließen. Der Devisenswap ist ein geldpolitisches Instrument zur Schaffung von Frankenliquidität. Es wurde letztmals im Herbst 2008 eingesetzt. Bereits am 3. August hatte die SNB versucht, durch eine faktische Nullzinspolitik den Franken zu schwächen. Stattdessen ist der Kurs aber weiter gestiegen.

mg/rtr/dpa-afx
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