Nach Abstufung der USA Allianz-Chefvolkswirt kritisiert S&P

Der Chefvolkswirt der Allianz hat die Ratingagentur Standard & Poor's für ihr Vorgehen bei der Abstufung der USA scharf kritisiert. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe sei nicht verständlich, urteilt der Ökonom in einer Analyse.
Allianz-Zentrale in Frankfurt: "Das internationale Finanzsystem ist derzeit sehr verletzlich"

Allianz-Zentrale in Frankfurt: "Das internationale Finanzsystem ist derzeit sehr verletzlich"

Foto: Daniel Karmann/ picture-alliance/ dpa/dpaweb

Frankfurt am Main - "Wenn auch angesichts einer Neuverschuldung des amerikanischen Gesamtstaates von rund 10 Prozent am Bruttoinlandsprodukt und eines Schuldenstandes von mehr als 90 Prozent nichts Grundlegendes gegen die Abstufung durch die Agentur eingewandt werden kann, so ist der Zeitpunkt ihrer Bekanntgabe mitten in den jüngsten Marktturbulenzen nicht verständlich", schreibt Allianz-Volkswirt Rolf Schneider in einer Analyse.

Die jüngsten Turbulenzen zeigten erneut, wie verletzlich das internationale Finanzsystem derzeit sei. "Es bedarf stärkerer internationaler politischer Koordination zwischen, aber auch innerhalb der großen Wirtschaftsregionen", schreibt Schneider.

Nachdem die USA vergangene Woche ihre Schuldengrenze nach monatelangem politischen Gezerre angehoben hatten, stufte die Ratingagentur Standard & Poor's das Land am Freitag nach Börsenschluss ab. Am Montag reagierten die Aktienmärkte weltweit mit Verlusten auf die Entscheidung.

mg/dapd
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