Zweifel an Gewinnziel Metro-Aktie auf Zweijahrestief

Nach den enttäuschenden Zahlen zum ersten Halbjahr senken Analysten reihenweise ihre Kursziele. Die Aktien von Deutschlands größtem Handelskonzern Metro setzen ihre Talfahrt fort: Nicht nur die Probleme bei Media-Saturn, sondern auch die Konjunkturaussichten belasten.
Metro-Chef Eckhard Cordes: Investoren sind unzufrieden

Metro-Chef Eckhard Cordes: Investoren sind unzufrieden

Foto: DPA

Frankfurt am Main - Nach zahlreichen Kurszielsenkungen haben die Aktien von Metro am Mittwoch ihren Abwärtstrend beibehalten. Gegen 11.15 Uhr gaben die Titel des Handelskonzerns um 2,12 Prozent auf 34,230 Euro nach und notierten damit so tief wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Am Dienstag hatten enttäuschende Zahlen die Aktien von Metro  bereits mit mehr als 7 Prozent ins Minus gedrückt.

Nun reagierten Analysten auf die Bilanzvorlage. Der Handelskonzern habe ein schwaches erstes Halbjahr hinter sich, schrieb Alastair Johnston von der US-Bank Citigroup. Zwar habe das Management mit Blick auf die zweite Jahreshälfte ein rosiges Bild gezeichnet. Tatsächlich dürften sich Investoren aber fragen, wie die Konzernführung angesichts des gegenwärtigen konjunkturellen Umfeldes überhaupt zu diesen positiven Aussichten komme. Johnston kürzte seine Gewinnprognosen für Metro für 2011 bis 2012 um jeweils 9 Prozent. Das Kursziel nahm er von 50,00 auf 40,00 Euro zurück.

Bei Nomura heißt es, das starke Nahrungsmittelgeschäft habe bisher die Schwächen der Konzerntochter Media-Saturn nicht kompensiert. Laut Analyst Nicolas Champ dürfte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) deshalb 2011 nur um 8,5 Prozent wachsen und damit zwar die Markterwartungen, aber nicht das Unternehmensziel erreichen. In der zweiten Jahreshälfte dürfte der Handelskonzern zwar von niedrigeren Vorjahreswerten und der Restrukturierung von Media-Saturn profitieren. Es gebe aber wenige Katalysatoren für einen Kursanstieg.

Kursverlust von 40 Prozent seit Ende 2010

Barclays-Analyst James Anstead verwies darauf, dass Metro stärker als jeder andere Wert im Sektor von der Konsumentenstimmung bewegt werde. Der Kursverlust von fast 40 Prozent seit dem Hoch Ende 2010 sei bemerkenswert, da es lediglich von der Elektroniksparte Media-Saturn, welche nur einen Sechstel zum operativen Gewinn (EBIT) beitrage, wirklich schlechte Nachrichten gebe.

Allerdings halte er es für zweifelhaft, dass Metro sein EBIT-Jahresziel erreichen könne, da dafür die Margen bei den Großhandelsmärkten für Gewerbetreibende (Cash & Carry) deutlich steigen müssten. Kurzfristig dürfte sich die Stimmung kaum aufhellen, auch wenn die Aktie zweifelsfrei attraktiv bewertet sei.

Auch JPMorgan-Analyst Matthew Truman reduzierte das Ziel von 63,00 auf 58,80 Euro. Er habe seine Schätzungen wegen der Entwicklung bei Media-Saturn gesenkt und rechne kurzfristig auch nicht mit guten Nachrichten, heißt es in einer Studie. Nach dem Kursrückgang am Dienstag habe die Aktie aber Erholungspotenzial.

Die NordLB sieht es als entscheidend an, wie schnell die angeschlagene Tochter Media-Saturn auf den Wachstumspfad zurückkehrt. Die Unternehmensprognosen dürften wegen der nachlassenden Konjunktur allerdings nur schwer erreicht werden. Wegen der enttäuschenden Resultate des Handelskonzerns senkte Analyst Wolfgang Vasterling seine Schätzungen und nahm das Kursziel von 42 auf 39 Euro zurück.

la/dpa-afx
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