Montag, 24. Februar 2020

Aktienrückkauf HP schenkt Aktionären zehn Milliarden Dollar

HP-Chef Apotheker: Volle Kasse, schwaches Geschäft

Der aus Deutschland stammende Hewlett-Packard-Chef Léo Apotheker hat einen schweren Stand. Die Computerverkäufe schwächeln, und viele Investoren trauern seinem Vorgänger Mark Hurd nach. HP versucht nun mit einem Aktienrückkauf, für gute Stimmung zu sorgen.

Palo Alto (Kalifornien) - Der Computerhersteller Hewlett-Packard macht seinen Aktionären ein dickes Geschenk. Der Branchenprimus steckt weitere zehn Milliarden Dollar (sieben Milliarden Euro) in den Rückkauf eigener Aktien. Ziel ist es, den schwächelnden Kurs nach oben zu treiben. Am Donnerstag stiegen die HP-Papiere bereits um mehr als 1 Prozent.

Die Aktien sollten nach und nach aufgekauft werden, gab Hewlett-Packard Börsen-Chart zeigen in einer Börsenmitteilung bekannt. Insgesamt hat der Konzern nach letztem bekannten Stand 15,9 Milliarden Dollar zur Verfügung. Bereits im vergangenen Jahr hatte HP einen Aktienrückkauf in gleicher Größenordnung aufgelegt, von dem noch Geld in der Kasse übrig ist.

Hintergrund der Gute-Laune-Aktion ist, dass HP seine Computer immer schwerer los wird. Vor allem Privatkunden greifen laut Marktforschern häufig zu iPad und anderen Tablet-Rechnern. Der aus Deutschland stammende Konzernchef Léo Apotheker musste die Umsatz- und Gewinnprognosen für dieses Jahr bereits zurückschrauben und mahnte seine Manager eindringlich, aufs Geld zu achten.

Apotheker steht unter Erfolgsdruck: Er hatte das Ruder von Mark Hurd übernommen, der HP nach einer undurchsichtigen Affäre mit einer externen Mitarbeiterin vor einem knappen Jahr verlassen musste. Bei den Investoren löste das Bestürzung aus, denn Hurd hatte HP mit Kosteneinsparungen zu Milliardengewinnen getrieben und den Konzern durch Zukäufe zur weltweiten Nummer eins der PC-Branche gemacht.

ak/dpa-afx

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