Donnerstag, 2. April 2020

Schatz in der Kiesgrube Sachsen suchen nach Flittergold

Bling Bling: Gold aus Quarzkies zu gewinnen, ist aufwendig - doch steigende Goldpreise stärken das Interesse daran, das Edelmetall auch aus Kiesgruben zu gewinnen

Der Freistaat Sachsen sucht als erstes Bundesland in Kiesgruben gezielt nach Goldvorkommen. Der hohe Goldpreis sorgt dafür, dass Wissenschaftler jetzt Quarzkies untersuchen, um daraus sogenanntes Flittergold zu gewinnen.

Dresden - In 25 privat betriebenen Tagebauen untersuchen Wissenschaftler derzeit den Goldgehalt von Quarzkies, wie eine Sprecherin des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) am Mittwoch in Dresden sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht der in Chemnitz erscheinenden "Freie Presse".

Laut Landesamt wurden bereits im Sommer vergangenen Jahres in den Tagebauen Proben genommen, die derzeit von Experten der TU Bergakademie Freiberg untersucht werden. Die Proben würden dort aufbereitet und magnetisch getrennt, um sogenanntes Flittergold zu gewinnen, sagte die Sprecherin.

Flitter ist sehr klein und entspricht etwa der Stärke eines halbierten Menschenhaares. Im Herbst sollen die Untersuchungsergebnisse vorliegen.

In einer Million Tonnen Sand könnten 1,3 Kilogramm Gold stecken

Weltweit gehen Experten von einem Durchschnittsgehalt von 1,3 Milligramm Gold pro Tonne Sand aus. Gemessen an diesem Wert könnten dem Bericht zufolge in einer Million Tonnen Sand 1,3 Kilogramm Gold enthalten sein. Viele Kieswerke liegen mit ihrer Jahresproduktion bei über einer Million Tonnen im Jahr.

Nach Einschätzung des Lagerstätten-Experten Jens Gutzmer von der Bergakademie Freiberg sei die entscheidende Frage, wie sich das Gold mit möglichst geringem Aufwand gewinnen lasse. Der Experte zeigte sich im Gespräch mit der Zeitung überzeugt, dass es Regionen gibt, "in denen es lohnt, sich mit den Kiesgruben zu befassen".

Die Schatzsuche in Kiesgruben ist allerdings keine sächsische Erfindung. In Spanien befassten sich Forscher laut "Freier Presse" schon vor 20 Jahren damit. Auch im baden-württembergischen Rheinzabern bei Karlsruhe werde Gold seit fünf Jahren als Nebenprodukt der Kiessandproduktion gewonnen, aufbereitet und weltweit vertrieben.

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la/afp

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