Pariser Modell S&P warnt vor Bankenhilfe für Griechenland

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat den Hoffnungen auf eine Lösung für Griechenland einen herben Dämpfer versetzt. Die Ratingagentur drohte, Hellas als zahlungsunfähig zu bewerten, sollten private Gläubiger wie Banken nach dem sogenannten Pariser Modell an der Griechenlandhilfe beteiligt werden.
Finanzkrise in Griechenland: Die Verlängerung der Laufzeiten griechischer Staatsanleihen bringt Anlegern laut S&P Verluste ein

Finanzkrise in Griechenland: Die Verlängerung der Laufzeiten griechischer Staatsanleihen bringt Anlegern laut S&P Verluste ein

Foto: DPA

Sydney - Die beiden französischen Vorschläge für die Verlängerung von Laufzeiten griechischer Staatsanleihen könnten als teilweiser Zahlungsausfall gewertet werden, teilte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) mit. Der Euro reagierte mit Verlusten.

Beide vom französischen Bankenverband genannten Optionen würden wahrscheinlich zu einem "selective default" führen, erklärte S&P. Beide Fälle würden den Gläubigern Verluste einbringen. Doch auch wenn die französischen Pläne nicht umgesetzt würden, stehe die Fähigkeit Griechenlands infrage, die von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds geforderten Reformen umzusetzen. Dies sei ein großes Risiko für die Kreditwürdigkeit des Landes.

S&P bezieht sich in der Mitteilung auf das sogenannte " Pariser Modell", dass von französischen Banken entwickelt wurde. Dem Plan zufolge sollen Privatgläubiger - Banken, Versicherungen und Hedgefonds - beim Auslaufen einer Griechenland-Anleihe 70 Prozent wieder dort investieren. 50 Prozent sollen in neue Anleihen gesteckt werden, die diesmal über 30 Jahre laufen. Die restlichen 20 Prozent sollen in Anleihen ohne laufende Zinszahlungen fließen. Diesem Modell wollen sich im Grundsatz auch deutsche Banken anschließen.

Die Finanzminister der Euro-Zone hatten am Wochenende die Zahlung der nächsten Tranche für das hoch verschuldete Griechenland beschlossen und dem Staat damit eine Atempause verschafft. Das Parlament in Athen machte dafür vergangene Woche den Weg frei, in dem es weitere Sparpakete mit Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen auf den Weg brachte.

Ein zweites Hilfspaket soll in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. Daran sollen sich auch private Gläubiger wie Banken und Versicherungen beteiligen.

mg/rtr/dpa-afx
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.