Holzmann Höhere Verluste als erwartet

Frankfurt am Main - Statt der ursprünglich genannten 2,4 Milliarden Mark wird sich das Minus für das Geschäftsjahr 1999 nun sogar auf rund 2,63 Milliarden Mark belaufen. Dies teilte die Philipp Holzmann AG am Donnerstag mit.

Bei den neuen Zahlen sei zu berücksichtigen, dass ein Ertrag von 130 Millionen Mark aus dem Verkauf des Verwaltungsgebäudes am Rande der Frankfurter Innenstadt erst in der 2000er Bilanz verbucht würde. Die Beinahe-Pleite Ende vergangenen Jahres mit Stillständen auf vielen Baustellen verursachte zudem erhebliche Zusatzkosten. Für Altlasten musste außerdem mehr Geld als erwartet zurückgestellt werden.

"Die grundsätzlich positive Einschätzung der Geschäftsentwicklung wird allerdings durch den für das Jahr 1999 zu erwartenden Verlust nicht in Frage gestellt", betont der Vorstand. Die Firmenspitze und die Berater Roland Berger sehen Holzmann "mit Blick auf die nähere Zukunft auf einem guten Weg". Zum Jahresbeginn 2000 habe sich das Geschäft "normalisiert". Der Auftragseingang zum Ende des ersten Quartals lag demnach etwa 4,5 Prozent über den Planzahlen.

Die Bauleistung betrug nach Angaben von Holzmann-Sprecherin Petra Rob im Zeitraum Januar bis März rund drei Milliarden Mark und war damit besser als erwartet. Etwa 80 Prozent der erwarteten Leistung in den Hauptniederlassungen in diesem Jahr seien bereits gesichert. Das Ergebnis sei in der "insgesamt schwierigen konjunkturellen Phase der Bauwirtschaft im Inland nur leicht unter Plan" ausgefallen.

Konkrete Zahlen wollte Holzmann aber nicht veröffentlichen. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie rechnet für die Branche in diesem Jahr jedoch mit einem Umsatzrückgang.

Auch beim Arbeitsplatzabbau und dem Verkauf Hunderter überwiegend verlustreicher Beteiligungen sieht sich Vorstandschef Konrad Hinrichs auf dem richtigen Weg. Die Reduzierung der Beschäftigtenzahl um mindestens 3800 konnte "inzwischen in sozialverträglicher Weise ganz überwiegend erfüllt werden". In 590 Fällen gab es betriebsbedingte Kündigungen.

Die geplante Veräußerung von Beteiligungen habe Holzmann "mit ersten Erfolgen in Angriff genommen". 16 von ihnen, darunter das Engagement bei der Kölnarena Management GmbH, wurden inzwischen verkauft. Insgesamt will Hinrichs die Beteiligungen Holzmanns von rund 600 auf 320 zurückfahren.