Telekom Kabelnetz im Südwesten geht an Callahan

Wie schon in Nordrhein-Westfalen hat der Telefon-Riese 55 Prozent seines Kabelnetzes in Baden-Württemberg an den US-Investor Callahan verkauft. Das bisherige TV-Kabel soll zum Multimedia-Highway aufgerüstet werden.

Bonn - Das Geschäft mit Callahan in Baden-Württemberg soll zum 1. Januar 2001 wirksam werden. Die restlichen 45 Prozent des Kabelnetzes verbleiben bei der Telekom. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. "Wir rechnen damit, dass wir innerhalb weniger Wochen in weiteren Regionen zu Kaufabschlüssen kommen", sagte Franz Arnold von der Deutschen Telekom. Callahan hatte bereits im Februar die Mehrheit an der Regionalgesellschaft der Telekom für das Kabelnetz in Nordrhein-Westfalen übernommen. In Deutschland sind den Angaben zufolge fast 18 Millionen Kunden an das Kabelnetz angeschlossen.

Das bislang nur für TV-Übertragungen genutzte Netz soll mit Milliardeninvestitionen zum Multimedia-Highway aufgerüstet werden. Die privaten Konkurrenten werfen der Telekom vor, die Verhandlungen zu verschleppen, um eine anderweitige Nutzung des Kabels zu verzögern und in der Zwischenzeit den Ausbau ihres Festnetzes für breitbandige Hochgeschwindigkeits-Übertragungen zu perfektionieren.

Nach eigenen Angaben will die Deutsche Telekom den Großteil der sechs verbliebenen Regionalnetze schon bis Mitte dieses Jahres verkaufen. Ein Unternehmenssprecher sagte, derzeit liefen Exklusiv-Verhandlungen für Rheinland-Pfalz/Saarland und für Bayern. Im Südwesten spricht die Telekom mit dem amerikanisch-niederländischen Kabelnetzbetreiber UPC, im Freistaat ist ein Konsortium aus HypoVereinsbank, Bayerischer Landesbank und Bayerischer Landesanstalt für Aufbaufinanzierung sowie der Deutsche-Bank-Tochter DB Investor und der Viag Interkom am TV-Kabel interessiert.