Sonntag, 18. August 2019

Dax-Geflüster Banken-Blues

Milliarden im Feuer: Was deutsche Banken in Griechenland investiert haben
DPA

Die drohende Beteiligung der Banken im Zuge der Griechenland-Krise belastet die Aktien der europäischen Institute. Doch der griechische Wahnsinn ist nicht einmal das Hauptproblem der Banken - es scheint eben nur so.

Ein Stresstest macht einmal mehr von sich reden. Er soll ergeben, welche Folgen es für die Kreditinstitute hätte, wenn Griechenland Insolvenz anmelden müsste. Genauer, der Test soll den Ausfall griechischer Staatsanleihen und dessen Auswirkungen auf die Bankenwelt simulieren.

Überlegungen, wie sie der Bankenbranche so gar nicht ins Konzept passen. Denn ihre Abteilungen für die Investor Relations, jene Frauen und Männer also, die zur Beziehungspflege mit den Großinvestoren abgestellt sind, haben auch so schon genug zu tun. Warum zum Beispiel haben europäische Banken im Vergleich zu ihren amerikanischen Konkurrenten eine so geringe Eigenkapitaldecke? Das macht krisenanfällig. Und welche Konsequenzen haben sie aus der Finanzkrise gezogen - zum Beispiel mit Blick auf das Risikomanagement?

Wäre es beispielsweise schon wieder möglich, die Bücher der Banken mit Papieren zu füllen, die abseits der Verkäufer kaum einer versteht? Und wie es in Deutschland mit dem Privatkundengeschäft weitergehen soll, wo doch das Interesse der Menschen, sich zum Beispiel mit der eigenen privaten Altersvorsorge zu befassen, stetig sinkt, wie eine Erhebung der Fondsgesellschaft Union Investment belegt. Fragen, wie sie die Investor-Relations-Experten beantworten müssen. Und nun noch der Stresstest.

Dabei hinken die Bankenwerte den marktbreiten Indizes seit geraumer Zeit sowieso schon hinterher. Während der Stoxx 600, der ein breites Abbild der europäischen Wirtschaft zeichnet, seit einem Jahr um 12 Prozent zugelegt hat, verzeichnet der spezialisierte Stoxx Banken nur ein knappes 0,5-Prozent-Plus.

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