T-Online Börsengang drückte Ergebnis kräftig ins Minus

Die Kosten für den Börsengang haben dem Internet-Anbieter im ersten Quartal einen herben Verlust beschert. Die Aktie gab leicht nach. Marktgerüchten zufolge soll der Titel mit zehn Prozent im Nemax-50 gewichtet werden.

Darmstadt - Die Aktie von T-Online International verlor am Donnerstagvormittag zwei Prozent auf rund 41 Euro. Der gesamte Telekom-Markt sei nach den heftigen Gewinnmitnahmen an der Nasdaq unter Druck geraten, sagte der DG-Bank Analyst Robert Vinall. Die Quartalergebnisse seien innerhalb der Erwartungen ausgefallen und konnten den Titel nicht stützen.

Für eine leichte Verstimmung habe allenfalls die Ankündigung gesorgt, dass das Teilnehmer- und Minutenwachstum im zweiten und dritten Quartal voraussichtlich etwas geringer als im ersten und vierten Quartal ausfallen werde, sagte eine Händlerin. "Mit einem Kursverlust zwischen einem und zwei Prozent hält sich der Titel in seinem schwachen Marktumfeld ganz gut", fügte sie hinzu.

Der Ausblick für den Telekommunikationssektor sei alles andere als gut, sagte ein anderer Händler. Die T-Online Aktie werde ab Juni in den Nemax-50 einziehen und dort mit voraussichtlich 10 Prozent gewichtet, hieß es am Morgen. Damit wäre T-Online wie erwartet der mit Abstand größte Wert in dem Börsenbarometer der wichtigsten Wachstumswerte.

Den in das Nachsteuer-Ergebnis einbezogenen Teil der Emissionskosten bezifferte T-Online mit 21,5 Millionen Euro. Der Börsenneuling teilte am Morgen weiter mit, dass er im ersten Quartal vor Emissionskosten, Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) mit 5,8 Millionen Euro ein positives Ergebnis erzielt habe. Der Umsatz habe sich auf 173,8 Millionen Euro belaufen. Auf vergleichbarer Vorjahresbasis ohne Telefongebühren sei das eine Steigerung von 42 Prozent. Den im Zugangsgeschäft erzielten durchschnittlichen monatlichen Umsatz pro Kunde bezifferte T-Online mit 11,29 Euro. Im Vergleich zum letzten Quartal des Vorjahres sei dies ein Anstieg um 10,5 Prozent.

Als besonders positiv stellte das Unternehmen die Entwicklung der zusammen mit der Comdirect Bank entwickleten Brokerage-Seite heraus. Allein im Monat März sei die Zahl der Zugriffe hier mehr als verdreifacht worden. Wie bereits im Emissionsprospekt angekündigt, werde sich T-Online mit 25 Prozent an der vor ihrem Gang an den Neuen Markt stehenden Commerzbank-Tochter beteiligen. Für den voraussichtlich bis Ende Mai abgeschlossenen Schritt sei eine Kapitalerhöhung von rund 24,78 Millionen Aktien vorgesehen, durch die sich die Gesamtzahl der Aktien auf mehr als 1,208 Miilliarden erhöhe.

Im weiteren Jahresverlauf rechnet der Telekom-Ableger mit Ergebnis-Belastungen durch die Kosten des Börsengangs und den Zukauf der französischen Club Internet, die ab dem zweiten Quartal rückwirkend zum Jahresbeginn voll konsolidiert werde. Durch Club Internet werde es zwar zu einer Umsatzsteigerung, aber auch zu einer operativen Ergebnisverschlechterung vor allem durch Goodwill-Abschreibungen kommen, hieß es.