Ifo-Geschäftsklima Aufschwung in Deutschland gewinnt an Kraft

Die Konjunktur gewinnt in Deutschland weiter an Fahrt. Der Ifo-Geschäftsklima-Index verbesserte sich im April für Westdeutschland auf 101,2 nach 100,5 im März. Auch in den neuen Ländern hellte sich die Lage auf.

Müchen - Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt für Westdeutschland einen Anstieg des Indexes auf 100,9 Punkte, dem bereits im Februar erreichten Wert, erwartet. Auch in den neuen Ländern kam die Konjunktur im April besser in Gang. Der Geschäftsklima-Index des Münchener Ifo-Instituts stieg auf 109,0 von 107,2 im Vormonat. Volkswirte sagten, dies sei ein deutliches Signal, dass die Konjunktur Tritt gefasst habe. Eine weitere Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank wäre unproblematisch, hieß es weiter.

Ulrich Beckmann von der Deutschen Bank sagte, die Zahlen seien stärker als erwartet ausgefallen. "Es ist ein kräftiger Anstieg." Die derzeitigen Wechselkurse wirkten sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft aus.

Von erfreulichen Zahlen sprach Christoph Hausen von der Commerzbank. Sie deuteten darauf hin, dass der Aufwärtstrend und die Expansion der deutschen Wirtschaft auch in den kommenden Monaten andauern dürfte.

Gerhard Grebe von der Bank Julius Bär sagte: "Der deutliche Anstieg liegt über meinen Erwartungen." Der Rückgang im März sei offensichtlich nur ein Ausrutscher gewesen. Die Zahl für April zeigt, dass sich die Euro-Schwäche positiv auf die Wirtschaft auswirke. "Für die EZB ist dies ein deutliches Signal, dass die Konjunktur so gut Tritt gefasst hat, dass eine weitere Zinserhöhung keinen Schaden anrichtet." Die nächste Zinserhöhung um 25 Baispunkt auf vier Prozent könnte schon in der nächsten Woche kommen.

Der Ifo-Geschäftsbeurteilungs-Index in Westdeutschland stieg im April auf 94,1 nach 93,0. Der Index für die Geschäftserwartungen in den alten Ländern lag im Berichtsmonat bei 108,5 (März 108,2). In den neuen Ländern stellte sich der Geschäftsbeurteilungs-Index auf 126,6 (revidiert 123,6 von 123,5). Der Index der Geschäftserwartungen lag bei 92,1 (91,7).

Der Euro, der kurz vor der Veröffentlichung der Daten mit 0,8932/37 Dollar notiert hatte, reagierte kaum auf die guten Zahlen. Am spätern Vormittag notierte er mit 0,8936/41 Dollar wenig verändert.