Schuldensorgen Euro und Ölpreis unter Druck

Die Finanzmärkte reagieren enttäuscht auf die Ergebnisse des Finanzministertreffens in Luxemburg. Der Euro rutschte ab und die Ölpreise gerieten deutlich unter Druck.
In Gefahr: Beim Thema Griechenland geht es auch um die Zukunft des Euro

In Gefahr: Beim Thema Griechenland geht es auch um die Zukunft des Euro

Foto: Corbis

Frankfurt am Main - Der Kurs des Euro ist am Montag nach dem mit Spannung erwarteten Treffen der europäischen Finanzminister zur Griechenland-Krise abgerutscht. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,4236 US-Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,7023 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,4270 (Donnerstag: 1,4088) Dollar festgesetzt.

Experten der Commerzbank erklärten die Kursverluste des Euro in Dollar  mit einem enttäuschenden Ausgang des Treffens der Finanzminister der Eurozone. In der abschließenden Stellungnahme heißt es nur, dass "die Minister früh im Juli die Parameter einer klaren neuen Finanzierungsstrategie festlegen werden". Der Euro habe sich nach dieser "dünnen Kost" nicht über der Marke von 1,43 halten können, hieß es weiter von der Commerzbank. Wer nach der Annäherung vom vergangenen Freitag zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy gedacht habe, nun werde es schnelle Fortschritte bei der Griechenland-Rettung geben, wurde gründlich enttäuscht.

Auch die Ölpreise sind wegen der Sorge vor einer weiteren Zuspitzung der Schuldenkrise in der Eurozone und einem Abflauen der Weltwirtschaft am Montag kräftig gesunken. Im asiatischen Handel fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August um 1,14 US-Dollar auf 112,07 Dollar. Der Preis für ein Fass Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 1,39 Dollar auf 92,01 Dollar.

An den Rohstoffmärkten ist zu Beginn der neuen Handelswoche das Ringen der Eurostaaten zur Abwehr einer Staatspleite in Griechenland das alles beherrschende Thema, hieß es von Experten. Eine Zuspitzung der Krise könnte zu einem Abflauen der Weltwirtschaft und zu einer geringeren Nachfrage nach Rohöl führen. Zudem hätten auch eine Reihe von überraschend schwachen Konjunkturdaten aus den USA die Sorge vor einer sinkenden Nachfrage an den Ölmärkten geschürt.

cr/dpa/rtr
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.