USA Konjunktur stottert, Inflation steigt

Die Konjunkturaussichten in den USA verdüstern sich. Der Industrieindex im Staat New York, der als Frühindikator gilt, ist eingebrochen. Zugleich ziehen auf Grund hoher Ölpreise die Verbraucherpreise kräftig an. Die US-Inflationsrate erreicht den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren.
US-Präsdent Obama, Fed-Chef Bernanke (links): Die Erholung kommt nicht in Fahrt - und das Anleihen-Aufkaufprogramm der US-Notenbank läuft aus

US-Präsdent Obama, Fed-Chef Bernanke (links): Die Erholung kommt nicht in Fahrt - und das Anleihen-Aufkaufprogramm der US-Notenbank läuft aus

Foto: JASON REED/ REUTERS

New York - Die Industrie im US-Bundesstaat New York hat im Juni überraschend stark an Fahrt verloren. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe brach auf minus 7,79 Punkte von plus 11,88 Zählern im Mai ein, wie die New Yorker Federal Reserve am Mittwoch mitteilte.

Das Barometer rutschte damit erstmals seit November 2010 in den negativen Bereich. Analysten hatten dagegen mit einem Anstieg auf plus 12,50 Punkte gerechnet. Die Daten gelten als Frühindikator für die gesamte Industrie in den USA.

3,6 Prozent: Inflationsrate auf höchstem Stand seit Herbst 2008

Die Verbraucherpreise in USA sind im Mai so stark gestiegen wie seit über zweieinhalb Jahren nicht mehr. Die Lebenshaltungskosten erhöhten sich um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit Oktober 2008.

Analysten hatten lediglich mit einer Inflationsrate von 3,4 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vormonat legten die Preise um 0,2 Prozent zu. Experten sehen dennoch die US-Notenbank Fed nicht unter Zugzwang, ihre Nullzinspolitik rasch zu beenden: Die monatliche Teuerung fällt geringer aus als in den Vormonaten.

Vor allem der rückläufige Ölpreis dämpfe den Inflationsdruck, sagte Helaba-Expertin Viola Stork. Der Anstieg der Jahres-Teuerungsrate sei zudem einem Basiseffekt geschuldet. "Eine rasche Abkehr von der expansiven Geldpolitik lässt sich durch die heutigen Zahlen nicht ableiten", sagte Stork.

la/dpa/reuters
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