Samstag, 30. Mai 2020

Streit um Schuldengrenze Fed-Chef sieht AAA-Rating der USA in Gefahr

Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Federal Reserve, warnt vor den drastischen Folgen, falls US-Politiker den Streit um die Schuldenobergrenze nicht schnell beilegen

Seit Wochen streiten Politiker in den USA darüber, wie sie die Schuldengrenze anheben sollen. Fed-Chef Bernanke warnt nun deutlich vor den Folgen. Sollten sich die Politiker nicht schnell einigen, könnten die USA die höchste Bonitätsstufe verlieren - und die Sonderrolle des Dollars beschädigen.

Washington - Fed-Chef Ben Bernanke hat die US-Politik eindringlich zur Lösung des Streites über die Schuldengrenze aufgefordert. Sollte es keine schnelle Einigung geben, könnten die USA die höchste Bonitätsnote AAA verlieren, sagte der Chef der Notenbank in einer Rede am Dienstag. Zudem könne die Sonderrolle des Dollars als Reservewährung beschädigt werden. Selbst ein kurzer Zahlungsausfall könne zu gravierenden Störungen der Finanzmärkte führen.

Bernanke erneuerte seinen Vorschlag für einen langfristigen Haushaltsplan. Er machte zugleich klar, dass die Verhandlungen über die Schuldengrenze nicht genutzt werden sollten, um Ausgabenkürzungen durchzusetzen. Er hoffe, dass es nicht zu einem "Spiel mit dem Feuer" komme.

Republikaner und Demokraten verhandeln seit Monaten über die Anhebung der Schuldengrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar. Sollte es keine Einigung geben, droht der US-Regierung im August ein Zahlungsausfall. Vizepräsident Joe Biden traf sich am Dienstag erneut mit Abgeordneten von Demokraten und Republikanern, um einen Kompromiss zu finden. Sollten die USA die höchste Bonitätsnote AAA verlieren, würde dies die Aufnahme von Krediten verteuern. Bislang gelten US-Staatsanleihen weltweit fast so sicher wie Barvermögen. Viele Länder nutzen den Dollar als Reservewährung.

wed/rtr

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