Dienstag, 23. Juli 2019

NBA-Champions Wie ein Milliardär die Mavericks wachküsste

NBA: Happy End für Nowitzki nach dramatischem Finale
AP

Hinter dem Erfolg der Dallas Mavericks steht nicht nur der Würzburger Riese Dirk Nowitzki. Schlüsselmoment für den Verein war der 4. Januar 2000, als der Software-Milliardär Mark Cuban den Verein kaufte - und mit einer Rundum-Vermarktung inzwischen einen Liga-Rekord aufgestellt hat.

Dallas - Der Weg für die Dallas Mavericks vom Langweiler zum Liga-Champion war lang. Die Texaner spielen zwar bereits seit 1980 in der NBA, richtig in Erscheinung getreten sind sie jedoch erst, nachdem Mark Cuban den Basketball-Club übernahm. Am 4. Januar 2000 kaufte der damals 31-Jährige für 285 Millionen Dollar die Mehrheitsanteile des Vereins. Zuvor galten die "Mavs" als erfolglose Truppe, bei deren Heimspielen viele Tausend Sitze leerblieben.

Cuban, der mit Internet-Übertragungen zum Milliardär wurde, hat Basketball zum Event in Dallas gemacht und um Dirk Nowitzki eine Mannschaft zusammengekauft, die mit dem 4:2 über die Miami Heat nun den ersten Meistertitel errang. Das Team hat seit Cubans Übernahme in allen elf Jahren mindestens 50 Vorrunden-Spiele gewonnen, jeweils die Playoffs erreicht und stand 2006 das erste Mal im Finale.

Mit 399 ausverkauften Heimspielen in Serie hält Dallas derzeit einen Liga-Rekord. Das Wirtschaftsmagazin "Forbes" führt die Mavericks in der Liste der wertvollsten NBA-Teams auf Rang sechs mit einem Marktwert von 438 Millionen Dollar.

Rundum-Vermarktung: 45.000 Dollar für zwei Finaltickets

Eine volle Halle bedeutet auch regelmäßig stattliche Einnahmen. Die Fans der Dallas Mavericks müssen tief in die Taschen greifen, um ein Spiel ihres Teams live zu verfolgen - dies galt besonders während der Finalserie.

340 Dollar kostete das günstigste Ticket, das am Donnerstag für das letzte Heimspiel der Dallas Mavericks vier Stunden vor Spielbeginn noch über die Homepage des Vereins zu erstehen war. Allerdings sind die Tickets nur paarweise zu bekommen: Hinzu kamen stattliche "Bearbeitungsgebühr" in Höhe von 170 Dollar sowie eine Abholgebühr von 10 Dollar: Macht zusammen 860 Euro für zwei Finaltickets.

Es geht natürlich noch deutlich teurer. Im unteren Rang auf Höhe der Mittellinie gab es zwei Karten für 7822 Dollar. Zwei Sitzplätze in der ersten Reihe auf Höhe der Freiwurflinie waren für 45.000 Dollar zu haben. Die Käufer dieser Karten mussten immerhin für Essen, Trinken und Parken während des Spiels nichts dazubezahlen.

Hinzu kommen stattliche Einnahmen von den TV-Anstalten. Die Finalserie der NBA wurde ausschließlich im Pay-TV übertragen - die Regeln der Liga bekamen auch ARD und ZDF zu spüren, als sie mit einer Anfrage für die Übertragungsrechte beim Verband abblitzten.

Nowitzki verdient 17 Millionen Dollar - pro Jahr

Cuban ist auf die Einnahmen angesichts seines teuren Teams jedoch auch angewiesen: Allein das Gehalt des 2,13 Meter großen und 111 Kilogramm schweren Power-Forward Dirk Nowitzki, der 1999 zu den "Mavs" hinzukam, beträgt rund 17 Millionen Dollar pro Jahr - und dürfte im kommenden Jahr noch steigen.

Die bekanntesten Namen der Vereinsgeschichte sind neben Nowitzki dessen Landsmann Detlef Schrempf, Rolando Blackman, Sam Perkins, Steve Nash und Jason Kidd.

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la/dpa-afx

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