Getränke Die Liebe zum Bier läßt nach

In Deutschland wird immer weniger Bier getrunken. Schuld sind der verregnete Sommer und die 0,5-Promille-Regel, sagen die Brauer.

Nürnberg - Der Bierkonsum in Deutschland geht weiter zurück - entgegen dem weltweiten Trend. Das gab der Präsident des Bundesverbandes der mittelständischen Brauereien, Rainer Pott, am Mittwoch in Nürnberg bekannt. Der Bierabsatz sank in den ersten neun Monaten dieses Jahres um drei Prozent auf 84 Millionen Hektoliter. Besonders wenig Verlaß ist offenbar auf die Trinkfestigkeit der Norddeutschen: In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg liegen die Minusraten teilweise im zweistelligen Bereich.

Nach stetigem Wachstum in den vergangenen Jahren gingen bis Ende September zum erstenmal auch die Exporte deutlich zurück. So habe die deutsche Brauwirtschaft in den ersten neun Monaten nur rund sieben Millionen Hektoliter Bier ausgeführt. Im selben Zeitraum des vergangenen Jahres seien es noch 300.000 Hektoliter mehr gewesen, teilte Pott mit. Zwar seien die Ausfuhren in die EU-Partnerländer um knapp 190.000 Hektoliter gesteigert worden, gleichzeitig seien aber die Exporte in die Drittstaaten deutlich eingebrochen.

Der Rückgang sei vor allem auf Absatzeinbrüche bei Markenbieren und sinkende Umsätze in der Gastronomie zurückzuführen. Dort habe sich der verregnete Sommer und die 0,5-Promille-Regelung bemerkbar gemacht.

Obwohl der Bierkonsum in Asien und Südamerika nach Angaben der Brauwirtschaft mittlerweile stark angestiegen ist, liegt der deutsche Biertrinker beim Pro-Kopf-Verbrauch weltweit noch immer an der Spitze. So trinke ein Chinese durchschnittlich rund 16 Liter Bier pro Jahr, ein Brasilianer rund 60 Liter, der Deutsche aber rund 130 Liter, sagte Pott. Im vergangenen Jahr arbeiteten in Deutschland rund 44.000 Beschäftigte in 1.269 Braustätten.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.