Dienstag, 25. Juni 2019

Die Wirtschaftsglosse Tony Hayward, zurück in seinem alten Leben

Ein Bild aus besseren Zeiten - oder auch nicht: Ex-BP-Chef Hayward mischt im Ölgeschäft wieder kräftig mit

Tony Hayward hat BP zu Ruhm verholfen - und zum Gegenteil davon. Nach Monaten der Abstinenz ist der krisenerprobte Topmann jetzt zurück im Ölbusiness. Mit seiner Investmentfirma hat er am Ende des Tages große Pläne.

Tony Hayward ist wieder da. Zusammen mit dem britischen Banker Nathaniel Rothschild und ein paar anderen Partnern plant er den Börsengang der gemeinsamen Investmentfirma Vallares. Mehr als eine Milliarde Euro soll das IPO bringen, für Investitionen im Energiesektor, wie es heißt.

Christoph Rottwilm
manager-magazin.de
Christoph Rottwilm
Investitionen im Energiesektor - zusammen mit dem Namen Hayward klingt das fast wie eine Drohung. Schließlich stand der Mann an der Spitze des Ölkonzerns BP, als dieser im vergangenen Jahr seine Bohrinsel im Golf von Mexiko versenkte und dabei eine Umweltverschmutzung biblischen Ausmaßes verursachte. Vor allem im Süden der USA kann sich Hayward seitdem ohne Bodyguards wohl kaum noch blicken lassen.

Wo also droht der Topmanager diesmal, Geschäftschancen zu nutzen? Nach Informationen von manager magazin durchlaufen gegenwärtig gleich mehrere vielversprechende Projekte die Due Dilligence von Vallares. Darunter:

  • der Bau eines Braunkohlekraftwerks bei Kampen auf Sylt
  • geothermale Bohrungen auf dem Petersplatz
  • ein Endlager für Atombrennstäbe in den Gärten von Suzhou, China (Unesco-Weltkulturerbe!)
  • ein Offshore-Windpark im See Genezareth

Die Wirtschaftsglosse im manager magazin
Jeden Freitag eröffnen Autoren aus der Print- und Onlineredaktion von manager magazin einen anderen Blickwinkel auf das Wirtschaftsgeschehen: Weniger kursrelevant, aber am Ende des Tages umso unterhaltsamer.
Erste Investments dürften allerdings noch auf sich warten lassen, denn noch stellt Hayward seine Mannschaft zusammen. Schließlich ist der Ex-BP-Chef nur Experte für Öl und Katastrophenbewältigung.

Weitere Kandidaten werden aber schon gehandelt, darunter ein international anerkannter Fachmann für Atomkraft sowie ein ebensolcher für Sonne, Wind und andere, nun ja, natürliche Energien.

Den Posten für Public Relations indes hat bereits ein renommierter PR-Profi aus Deutschland fest im Visier. Er bricht gerade auf zum Vorstellungsgespräch - mit allen wichtigen Zeugnissen und Referenzen im Gepäck.

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