Fotostrecke

USA, Deutschland, Saudi-Arabien: Wo die meisten Superreichen wohnen

Foto: ? Mike Segar / Reuters/ REUTERS

Nachgezählt Mehr als 800 Superreiche in Deutschland

Ergebnis einer Studie der Boston Consulting Group: In den USA leben nach wie vor die meisten Superreichen weltweit. Deutschland belegt wie schon im Vorjahr den zweiten Platz. Künftig dürften sich die Relationen allerdings verschieben - vor allem China befindet sich auf rasantem Vormarsch.

Hamburg - Nach einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) gibt es in der Bundesrepublik 839 Haushalte mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Damit leben in Deutschland mehr Superreiche als beispielsweise im Ölstaat Saudi-Arabien mit 826. Deutschland verfügt mit mehr als 81 Millionen allerdings auch über deutlich mehr Einwohner als der Wüstenstaat (etwa 27 Millionen). Die meisten wirklich Wohlhabenden gibt es laut der Studie indes in den Vereinigten Staaten; hier schwimmen 2692 Haushalte im Geld.

Die Schwellenländer tauchen an der absoluten Spitze des Reichstenrankings von BCG dagegen noch nicht auf: Russland liegt auf Platz 5, China auf Platz 8. In den aufstrebenden Staaten steigt der Wohlstand allerdings zusehends, so dass die BCG-Liste in wenigen Jahren anders aussehen dürfte. Vor allem China holt rasant auf - das Land lag vor Jahresfrist noch auf dem 13. Platz der Liste.

Ein Indiz für den anstehenden Wandel: Das Vermögen aller deutschen Privatanleger, das laut BCG-Untersuchung zuletzt bei 5,2 Billionen Euro lag, sehen die Unternehmensberater bis 2015 um jährlich 3,8 Prozent ansteigen - dagegen trauen sie den Chinesen ein Wachstum von 14 Prozent zu und den Indern sogar von 18 Prozent.

In China leben laut der Studie schon heute 393 Superreiche. Bei der Zahl der "einfachen" Dollar-Millionäre hat die Volksrepublik die Bundesrepublik längst abgehängt. Hier steht das Verhältnis 1,1 Millionen in China zu 400.000 in Deutschland. Erfasst werden dabei all jene Haushalte, die eine Millionen Dollar oder mehr in Barem oder in Wertpapieren auf der hohen Kante haben. Die meisten Dollar-Millionäre gibt es wie gehabt in den USA mit 5,2 Millionen.

Von Wirtschaftskrise ist in den Zahlen nicht mehr viel zu sehen: Insgesamt hat sich das Privatvermögen im Jahr 2010 um 8 Prozent auf 121,8 Billionen US-Dollar erhöht. Nordamerika hat Europa wieder als reichte Region abgelöst; beide Erdteile besitzen jeweils ein Drittel des weltweiten Vermögens.

"Während der Krise setzten die Anleger vor allem auf Bargeld", erläuterte Boston-Consulting-Experte Ludger Kübel-Sorger. "Inzwischen haben die Kunden ihre Gelder wieder in risikoreichere Anlagen umgeschichtet." Vor allem die traditionell stark bei Aktien investierten Amerikaner profitierten so direkt von den gestiegenen Märkten.

cr/dpa-afx