Druckindustrie Tarifabschluss wird im Osten übernommen

Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich auf die Übernahme des westdeutschen Tarifabschlusses in der Druckindustrie für die meisten neuen Bundesländer geeinigt. steilzeit

Leipzig - Die westdeutsche Einigung gelte in allen Punkten wie Lohn und Gehalt, Übernahme von Auszubildenden sowie der Alter, sagte der Vorsitzender der IG Medien, Detlef Hensche, am frühen Dienstagmorgen. Allerdings werde die erste Stufe der Lohn- und Gehaltsverbesserung erst drei Monate später als im Westen am 1. Juli in Kraft treten.

Im Jahr 2001 werde es keine zeitliche Streckung geben. Die Verhandlungen bezogen sich auf Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg. Nach Angaben der Arbeitgeber arbeiten in diesen Ländern rund 7000 Menschen in der Druckindustrie, allerdings sind davon nur etwa 1500 in tarifgebundenen Betrieben beschäftigt.

Beide Seiten zeigten sich zufrieden über die Einigung. "Die drei Nullmonate waren unserer Vorschlag, wir wollten auf jeden Fall das Tarifgebiet zusammenhalten", sagte Karl Nolle, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Druckindustrie Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Gemessen an den Möglichkeiten sei ein guter Kompromiss erreicht worden.

Hauptstreitpunkt bei den Gesprächen war, wie eine zeitliche Streckung der Übernahme der Lohn- und Gehaltsverbesserungen aussehen sollte. Die Gespräche hatten am frühen Montagabend begonnen. Für die rund 200.000 Beschäftigten in der westdeutschen Druckindustrie waren am vergangenen Donnerstag Lohn- und Gehaltsverbesserungen in zwei Stufen vereinbart worden.

Die Arbeitnehmer erhalten danach zunächst rückwirkend zum 1. April 3,0 Prozent höhere Einkommen. Zum 1. Juni 2001 folgt eine weitere Anhebung um 2,5 Prozent. Der Rechtsanspruch für Altersteilzeit gilt für Mitarbeiter vom 57. Lebensjahr an. Die Regelung gilt für höchstens fünf Prozent der gewerblichen Mitarbeiter eines Unternehmens und höchstens acht Prozent der Schichtarbeiter. Die Laufzeit des zweijährigen Lohnabschlusses endet am 31. März 2002, die Erklärungsfrist läuft am 2. Juni ab.

Die IG Medien hatte die Zustimmung zur Einigung im Westen von einer Übernahme des Abschlusses auch in den neuen Bundesländern abhängig gemacht. Bei den Verhandlungen in Hamburg für die etwa 4000 Beschäftigten in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geht es der Gewerkschaft ebenfalls um eine Übernahme des westdeutschen Tarifabschlusses im Verhältnis eins zu eins. Für Berlin gilt laut der Gewerkschaft der West-Abschluss.