Telekom Bund verkauft weitere Anteile

Bilanztrick: Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau hat ein dickes Aktienpaket erstanden.

Bonn - Der Bund hat sich von weiteren Anteilen an der Deutschen Telekom AG getrennt. Wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau in Frankfurt/Main am Mittwoch mitteilte, hat sie bereits am Montag dieser Woche rund elf Prozent des Grundkapitals der größten europäischen Telefongesellschaft gekauft. Den dafür bezahlten Preis wollten weder die Bank noch das Bonner Finanzministerium nennen. Nach dpa-Informationen fließen dem Bund aus dem Verkauf gut zehn Milliarden Mark zu.

Nachdem die KfW Ende 1997 bereits 13,5 Prozent der Telekom vom Bund übernommen hatte, verfügt sie jetzt über einen Gesamtanteil von knapp unter 25 Prozent. Nach einer Vereinbarung aus dem vergangenen Jahr fungiert das bundeseigene Kreditinstitut aber wie bei der Lufthansa-Privatisierung nur als Platzhalter. Es soll seine Anteile ab 2000 an der Börse weiterveräußern. Um noch vor dem eigentlichen Verkauf Privatisierungseinnahmen im Haushalt verbuchen zu können, hat der Bund einen Teil seines Besitzes bei der KfW geparkt. Sollte diese die Anteile an der Börse zu einem höheren Preis weiterveräußern, wird der Bund über einen Besserungsschein am Mehrerlös beteiligt.

Der Bund hatte auch die ersten 13,5 Prozent der Telekom für rund zehn Milliarden Mark an die KfW übertragen. Da er jetzt für elf Prozent nur geringfügig mehr bezahlte, dürfte der grunde gelegte Aktienkurs etwas niedriger als Ende 1997 angesetzt worden sein. Mit der Übertragung wechselten nach KfW-Angaben rund 300 Millionen T-Aktien den Besitzer. Gemessen am aktuellen Aktienkurs von knapp 47 Mark wäre dieses Paket auf dem freien Markt etwa 14 Milliarden Mark wert.

Wie es bei der KfW hieß, wird der Bund möglicherweise noch weitere Anteile bei ihr parken. Hier gebe es "Spielraum", dessen Volumen aber weit unter denen der ersten beiden Tranchen liege. Bislang hat der Bund aus der Telekom-Privatisierung für 1997 und 1998 insgesamt erwartete Einnahmen von rund 25 Milliarden Mark im Haushalt eingestellt.

Aktuell verteilt sich das Telekom-Kapital jetzt wie folgt: Rund 26 Prozent befinden sich seit dem ersten Börsengang Ende 1996 im Streubesitz privater Anleger. Etwas weniger als 25 Prozent liegen bei der KfW. Den Rest hält noch der Bund. Die Telekom verfügt außerdem über ein genehmigtes Kapital von 287 Millionen Aktien, die sie noch bis Ende 1999 an die Börse bringen darf. Die KfW muß ihre Anteile solange zurückhalten.

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