Milliardärsranking Der reichste Brite ist ein Inder

Einer Zeitungsrecherche zufolge gibt es in Großbritannien 73 Milliardäre - 20 mehr als noch vor einem Jahr. An der Spitze hat sich aber nichts geändert, sie wird weiterhin vom indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal eingenommen.
Weniger ist mehr: Stahlunternehmer Lakshmi Mittal hat zwar ein wenig von seinem Reichtum eingebüßt - er hat aber immer noch mehr als alle anderen in Großbritannien

Weniger ist mehr: Stahlunternehmer Lakshmi Mittal hat zwar ein wenig von seinem Reichtum eingebüßt - er hat aber immer noch mehr als alle anderen in Großbritannien

Foto: BRENDAN MCDERMID/ REUTERS

London - Großbritanniens Superreiche haben sich von der Wirtschaftskrise erholt und häufen wieder mehr Vermögen an: Die 1000 wohlhabendsten Menschen im Königreich haben Berechnungen der Zeitung "Sunday Times" zufolge zusammen 395,8 Milliarden Pfund (umgerechnet etwa 453 Milliarden Euro). Damit haben sie ihren kollektiven Reichtum im Vergleich zu 2010 um 18 Prozent gesteigert. Insgesamt gibt es im Vereinigten Königreich 73 Milliardäre. Vergangenes Jahr waren es 53.

Zwar stehen weiter unten auf der Liste auch prominente Namen wie Schauspielerin Catherine Zeta-Jones oder Ex-Popstar Victoria Beckham. Angeführt aber wird sie von Industriellen: Platz Eins gehört dem Stahl-Magnaten Lakshmi Mittal - obwohl sein Vermögen um 22 Prozent auf 17,5 Milliarden Pfund gefallen ist.

Zum ersten Mal findet sich auf der Reichen-Liste der Zeitung auch eine Frau, die durch ihre eigene Arbeit zur Milliardärin geworden ist. Die Gründerin der Optiker-Kette "Specsavers", Mary Perkins, und ihre Familie haben 1,15 Milliarden Pfund angehäuft.

Bankkonten werden nicht mitgerechnet

Die "Sunday Times"-Reichenliste wird jährlich von dem Experten Philip Beresford berechnet. Grundlage sind erkennbare Besitztümer wie Immobilien, Kunstschätze oder bedeutende Anteile an Firmen. Bankkonten werden nicht mit eingerechnet.

Die Wirtschaftskrise hatte den Höhenflug der Reichen kurz unterbrochen. 2009 etwa hatten sie insgesamt 155 Milliarden Pfund verloren. Doch 2010 hatten sie sich mit einem Rekord-Anstieg von 30 Prozent bereits wieder erholt. In diesem Jahr muss Mann oder Frau mindestens 70 Millionen Pfund haben, um überhaupt unter den Obersten 1000 zu landen.

Unter den 1000 reichsten Briten sind 108 Frauen. Die schwergewichtigste Neueinsteigerin ist dabei die 48 Jahre alte Xiuli Hawken. Sie ist mit einem Londoner Lehrer verheiratet und hat ein Vermögen gemacht, indem sie in China frühere Luftschutzbunker in unteriridische Einkaufszentren verwandelt hat. Ihr Vermögen wird auf 1,06 Milliarden Pfund geschätzt.

Auf der eigens herausgegebenen Liste der reichsten Frauen stehen einige prominente Namen. So landete Harry-Potter-Erfinderin Joanne K. Rowling mit einem Vermögen von 530 Millionen Pfund auf Platz 15. An 21. Stelle steht Queen Elizabeth II. mit 300 Millionen Pfund. Die Schauspielerinnen Uma Thurman und Zeta-Jones teilen sich Platz 44 mit jeweils 180 Millionen Pfund an Besitz. Victoria Beckham, die vom Musik- ins Modegeschäft gewechselt ist, muss mit 165 Millionen Pfund und Platz 49 vorlieb nehmen.

cr/dpa-afx
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