Mischfonds Wer die besten Mix-Meister sind

Erfolg bei der Geldanlage ist vor allem eine Frage der richtigen Mischung aus Aktien, Rohstoffen & Co. Doch diese Balance zu finden, ist schwieriger als noch vor wenigen Jahren - besonders nach den jüngsten Kursverlusten. manager magazin zeigt die Fonds, die damit am besten zurechtkommen.
Von Arne Gottschalck
Kaufen? Halten? Verkaufen? Wer nicht nur auf Aktien setzt, kann entspannter agieren

Kaufen? Halten? Verkaufen? Wer nicht nur auf Aktien setzt, kann entspannter agieren

Foto: AFP

Hamburg - Markus Sievers mag sie nicht mehr erzählen. Er hat sie schon zu oft erzählt. Diese Geschichte, bei der Hedgefonds die Bösewichter geben und deutsche Politiker sich als Tugendwächter aufspielen. Dabei machen etliche Hedgefonds eines vor: Wie erst die Mischung aus unterschiedlichen Anlageklassen zum Anlageerfolg führt.

"Früher war das einfacher", so Sievers, dessen Unternehmen Apano seit Jahren Hedgefonds aus dem Hause Man Investments mit Zertifikaten nachbaut: "Damals genügte ja fast schon die Streuung über die Aktien aus verschiedenen Regionen. Doch es hat sich gezeigt, dass Diversifikation nur in guten Zeiten funktionierte, nicht aber in schlechten." Breiter denken, lautet also die Devise. Im Idealfall so, wie es in den Universitäten Harvard oder Yale vorgemacht wird. Dort begnügt man sich traditionell nicht mit der einfachen Entweder-oder-Frage, Anleihe oder Aktie, sondern nutzt auch Private Equity, Hedgefonds oder Waldgrundstücke.

Für den Privatanleger dürfte das mindestens eine Nummer zu groß sein - schließlich verlangen zum Beispiel Hedgefonds oftmals eine Mindestanlagesumme, die dem gesamten Vermögen entspricht, das überhaupt anzulegen ist. Dennoch bieten Yale & Co. mit diesen Ideen eine Anregung, die auch für Normalanleger taugt. Zum Beispiel, über alle Anlageklassen hinweg nachzudenken. Menschen wie Marc Vietor dürften so etwas gern hören. Vietors Firma Braincapital legt Fonds auf, die Studentenkredite vergeben und mit den verzinsten Rückzahlungen die Anleger bedienen. "Die Erträge sind zu Aktien und Anleihen nicht korreliert", sagt Vietor.

Aus Yale kommt allerdings noch ein anderer Hinweis, und der richtet sich direkt an Privatanleger. Auf sechs Anlageklassen sollten sich Privatinvestoren konzentrieren, rät David Swensen, einer der Architekten dieser Strategie und Investmentdirektor von Yales Stiftungsfonds. Sechs einfach zugängliche Klassen, um das Portfolio einfach zu halten, denn Privatanleger hätten "weder die Zeit noch die Mittel, ihr Portfolio erfolgreich aktiv zu verwalten", schreibt er in seinem Buch "Erfolgreich investieren", einer Art Handbuch für Privatanleger. Eben auch aus Kostengründen. Denn je exotischer eine Anlage, umso höher in aller Regel ihre laufenden Gebühren. Kein Wunder, wenn Exchange Traded Funds (ETFs) immer beliebter werden.

Das deutsche Problem umschiffen

"ETFs erlauben es Normalanlegern, die Gewinner ohne die Verlierer zu kaufen - und trotzdem in einem Fonds diversifiziert zu bleiben", schwärmt Nick Dewhirst, der mit Integral Asset Management allein ETFs zur Anlage nutzt. Und erklärt weiter: "Deutschland ist eine echte Maschine für Industrieprofite, aber verliert Geld, indem es diese Profite an überschuldete Länder verleiht. Mit ETFs kann man dennoch profitieren, indem man den Finanzsektor vermeidet - und das geht mit einem MDax-ETF."

Allerdings sorgt das große Interesse an ETFs dafür, dass die Anbieter immer mehr und immer komplexere Produkte ersinnen - und damit zum einen die Übersicht erschweren, zum anderen die Kernidee der ETFs als klares und einfaches Produkt konterkarieren.

Kein Wunder also, wenn Investoren nicht mehr weiterwissen - und zu Mischfonds greifen, Fonds, die ihnen die zentrale Frage nach der richtigen Mischung der Anlageklasse abnehmen. 14 Milliarden Euro steckten sie 2010 in diese Vehikel, allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres folgte eine weitere Milliarde. Keine schlechte Entscheidung, die Qualität der Produkte ist in den vergangenen Jahren sicherlich nicht schlechter geworden, beobachtet Andreas Köchling von Feri, "die Fondsmanager haben einiges gelernt". Markus Steinbeis beispielsweise ist es über drei Jahre gerechnet gut gelungen, für seinen Fonds Pioneer Investments Substanzwerte Aktien, Anleihen und Immobilienfonds zusammenzumixen.

Inzwischen gibt es sogar Dienstleister wie Intelligent Recommendations, die diese Mischung in aller Öffentlichkeit vornehmen. "Wir sammeln auf unserer Plattform separat Einschätzungen zur zukünftigen Depotaufteilung für verschiedene Anlagehorizonte, die in den aktuellen Auswertungen die Indexentwicklungen häufig vorwegnimmt", erklärt Corvin Schmoller, Sprecher des Unternehmens. "Bezüglich der Anlageverteilungen wird laufend ein Mittelwert gebildet, ein gleitender Durchschnitt oder Moving Average, welche prozentualen Anteile ein Index oder eine Anlageklasse im Depot erhalten soll." Mit anderen Worten, die Technik bündelt die Einschätzungen der Mehrheit und errechnet daraus ein bestimmtes Mischungsverhältnis.

Technik, Bauchgefühl; jeder professionelle Investor hat da seine eigene Handschrift. Dem Anleger ist sie im Zweifel egal - Hauptsache die Mischung stimmt.

Die besten Mischfonds im Überblick, Schwerpunkt Europa

Die Besten I: Mischfonds mit Schwerpunkt Europa

Fonds Vol. (Mio. EUR) Feri Rating Perf. 1J Perf. 3J (p.a.) Alpha Mngmt.-Geb. TER
Pioneer Investments Substanzwerte 71,2 23,1% 13,2% 11,98% 1,00% 1,18%
Invesco Pan European High Income A 40,6 (B) 8,4% 12,3% 9,08% 1,25% 2,11%
Ethna-AKTIV-E A 2.342,0 4,1% 7,9% 5,93% 1,65% 1,80%
Quint:Essence Strategy Defensive 27,2 3,0% 6,7% 4,96% 0,80% 1,34%
WALSER PORTFOLIO GERMAN SELECT 185,0 5,1% 6,7% 4,84% 1,50% 1,71%
Mi-Fonds (Lux) - 50 B 295,7 (B) 7,5% 6,5% 4,42% 1,10% 1,12%
Newton Global Balanced Exempt 1 Net GBP Acc 635,8 7,7% 6,2% 4,61% 0,50% 0,55%
Oppenheim DA 106,2 (A) 8,3% 6,1% 4,03% 0,50% 0,54%
FORTUNA Europe Balanced Fund CHF 154,9 (B) 5,9% 5,9% 3,94% 1,50% 1,50%
Leonardo Invest - Eurose A 459,9 3,0% 5,7% 3,38% 1,40% 1,78%
Quelle: Feri EuroRating Services AG
Stand: 31.03.2011

Die besten Mischfonds im Überblick, Schwerpunkt Welt

Die Besten II: Mischfonds mit globaler Anlage

Fonds Vol. (Mio. EUR) Feri Rating Perf. 1J Perf. 3J (p.a.) Alpha Mngmt.-Geb. TER
Gamma Concept 36,7 (A) 15,6% 12,5% 8,89% 1,00% 1,95%
antea 46,3 7,8% 12,2% 8,08% 1,46%
FvS Strategie SICAV - Multiple Opportunities R 217,2 5,4% 11,3% 5,90% 1,03%
Sauren Fonds-Select SICAV - Global Stable Growth A 13,7 (A) 9,3% 11,2% 6,78% 1,20% 1,83%
ETF-DACHFONDS P 426,7 3,4% 10,9% 6,82% 1,50% 1,62%
GAP Portfolio UI 91,9 16,7% 10,6% 4,91% 1,10% 1,18%
RAM Wachstum 60,0 (A) 2,0% 10,2% 7,07% 1,60% 1,50%
LuxTopic - Cosmopolitan 45,0 (A) 17,8% 9,9% 6,08% 1,40% 1,43%
SKAG Balanced 44,1 5,1% 9,7% 4,23% 0,30% 0,45%
RAM Konservativ 36,8 (A) 2,5% 9,5% 6,50% 1,35% 1,20%
Quelle: Feri EuroRating Services AG
Stand: 31.03.2011

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