Samstag, 17. August 2019

Mischfonds Wer die besten Mix-Meister sind

Kaufen? Halten? Verkaufen? Wer nicht nur auf Aktien setzt, kann entspannter agieren

Erfolg bei der Geldanlage ist vor allem eine Frage der richtigen Mischung aus Aktien, Rohstoffen & Co. Doch diese Balance zu finden, ist schwieriger als noch vor wenigen Jahren - besonders nach den jüngsten Kursverlusten. manager magazin zeigt die Fonds, die damit am besten zurechtkommen.

Hamburg - Markus Sievers mag sie nicht mehr erzählen. Er hat sie schon zu oft erzählt. Diese Geschichte, bei der Hedgefonds die Bösewichter geben und deutsche Politiker sich als Tugendwächter aufspielen. Dabei machen etliche Hedgefonds eines vor: Wie erst die Mischung aus unterschiedlichen Anlageklassen zum Anlageerfolg führt.

"Früher war das einfacher", so Sievers, dessen Unternehmen Apano seit Jahren Hedgefonds aus dem Hause Man Investments mit Zertifikaten nachbaut: "Damals genügte ja fast schon die Streuung über die Aktien aus verschiedenen Regionen. Doch es hat sich gezeigt, dass Diversifikation nur in guten Zeiten funktionierte, nicht aber in schlechten." Breiter denken, lautet also die Devise. Im Idealfall so, wie es in den Universitäten Harvard oder Yale vorgemacht wird. Dort begnügt man sich traditionell nicht mit der einfachen Entweder-oder-Frage, Anleihe oder Aktie, sondern nutzt auch Private Equity, Hedgefonds oder Waldgrundstücke.

Für den Privatanleger dürfte das mindestens eine Nummer zu groß sein - schließlich verlangen zum Beispiel Hedgefonds oftmals eine Mindestanlagesumme, die dem gesamten Vermögen entspricht, das überhaupt anzulegen ist. Dennoch bieten Yale & Co. mit diesen Ideen eine Anregung, die auch für Normalanleger taugt. Zum Beispiel, über alle Anlageklassen hinweg nachzudenken. Menschen wie Marc Vietor dürften so etwas gern hören. Vietors Firma Braincapital legt Fonds auf, die Studentenkredite vergeben und mit den verzinsten Rückzahlungen die Anleger bedienen. "Die Erträge sind zu Aktien und Anleihen nicht korreliert", sagt Vietor.

Aus Yale kommt allerdings noch ein anderer Hinweis, und der richtet sich direkt an Privatanleger. Auf sechs Anlageklassen sollten sich Privatinvestoren konzentrieren, rät David Swensen, einer der Architekten dieser Strategie und Investmentdirektor von Yales Stiftungsfonds. Sechs einfach zugängliche Klassen, um das Portfolio einfach zu halten, denn Privatanleger hätten "weder die Zeit noch die Mittel, ihr Portfolio erfolgreich aktiv zu verwalten", schreibt er in seinem Buch "Erfolgreich investieren", einer Art Handbuch für Privatanleger. Eben auch aus Kostengründen. Denn je exotischer eine Anlage, umso höher in aller Regel ihre laufenden Gebühren. Kein Wunder, wenn Exchange Traded Funds (ETFs) immer beliebter werden.

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