Bayer Asienkrise dämpft Geschäft

Der Chemie- und Pharmakonzern sieht die chemische Industrie vor unsicheren Zeiten. Nach der weltweit spürbaren Abkühlung der Konjunktur stehe die Branche 1999 vor einem schwierigen Jahr.

Leverkusen - Die Asienkrise hat den Chemie- und Pharmakonzern Bayer AG im laufenden Geschäftsjahr voll erwischt. In den ersten drei Quartalen 1998 kletterte das Ergebnis vor Steuern nur noch um vier Prozent auf 4,1 Milliarden Mark, während der Umsatz mit 41,4 Milliarden sogar unverändert blieb. Angesichts des schwierigen Umfeldes könne Bayer mit dem Gesamtergebnis aber zufrieden sein, sagte der Vorstandsvorsitzende, Manfred Schneider, am Mittwoch in Leverkusen.

"Für den Gewinn vor Ertragsteuern sehen wir durchaus eine realistische Chance, das Rekordergebnis von 1997 zu übertreffen", sagte er weiter. Im vergangenen Jahr hatte Bayer mit 5,1 Milliarden Mark den bislang höchsten Gewinn der Firmengeschichte eingefahren. Zur Dividende 1998 äußerte sich Schneider nur vage, doch können die Aktionäre mindestens mit einer Dividende auf Vorjahreshöhe (1,90 Mark) rechnen. "Es gibt keinen Anlaß, die Dividende zu senken", sagte er.

Das kommende Jahr wird nach seinen Worten bei einem prognostizierten weltwirtschaftlichen Wachstum von zwei Prozent nicht einfach werden. Auf den beiden Säulen Nordamerika und Europa könne Bayer aber aufbauen, betonte Schneider. In diesen beiden Regionen erzielt der Chemie- und Pharmariese derzeit rund 90 Prozent seiner Gewinne. Der Bayer-Chef zeigte sich optimistisch, daß das Unternehmen 1999 ein Ergebnis auf Vorjahreshöhe erreichen könnte.

Zu den Aussichten in Asien sagte der Vorstandschef: "Wir haben das Schlimmste in Fernost hinter uns". Auch solle nicht vergessen werden, daß man jetzt in dieser Region preiswert investieren und akquirieren könne. Schneider räumte ein, daß sich das Unternehmen bei den Prognosen im Asiengeschäft, vor allem in Japan, geirrt habe. Aber in keinem der Krisenländer würden rote Zahlen geschrieben.

Nicht abgeschlossen ist der Stellenabbau. So sollen im kommenden Jahr bei der Bayer AG rund 500 Arbeitsplätze gestrichen werden. Ende September lag die Zahl der Bayer-Mitarbeiter in Deutschland bei 64.400. Weltweit waren zu diesem Zeitpunkt noch 142.600 Mitarbeiter bei dem Konzern beschäftigt. Chancen für den Aufbau neuer Arbeitsplätze in Deutschland sieht Schneider derzeit nicht.

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