Freitag, 28. Februar 2020

Rohstoffriese Glencore geht an die Börse

Neue Technologien: Um diese Rohstoffe kämpfen die Firmen
Corbis

Der Rohstoffgigant Glencore geht am die Börse. Milliardenumsätze, eine lange Geschichte und dazu noch im Modemarkt der Rohstoffe tätig - kein Wunder, wenn mancher sich fragt, ob das kein lohnendes Investment sei.

Glencore ist ein weiter verzweigtes internationales Handelsunternehmen für Rohstoffe. Rohöl, Kupfer Börsen-Chart zeigen, Getreide, Kohle und noch andere Produkte werden ringsum die Welt gehandelt.

Glencore wurde 1974 gegründet. In der Gründungsphase und bis vor wenigen Jahre spielte der berühmte Rohstoffhändler Marc Rich eine große Rolle. Dieser hatte im großen Rohstoffboom der 70-er Jahre, der dann 1980 in der Hochzinsphase abrupt endete, für das Unternehmen und sicher auch für sich selbst viel Geld verdient. Sein Nachfolger an der Unternehmensspitze war bemerkenswerter Weise ein Deutscher. Im internationalen Rohstoffhandel sind Deutsche, anders als in der Automobilproduktion, eher die Ausnahme. Der jetzige Chef ist Südafrikaner. Das Unternehmen sitzt in der Schweiz. Klarer kann man die Internationalität des Unternehmens nicht beschreiben.

In den 37 Jahren seines Bestehens ist Glencore kräftig gewachsen. Der Wert des Unternehmens dürfte zur Zeit bei etwa 60 Milliarden Dollar liegen. Das Unternehmen ist als Partnerschaft organisiert, es gehört knapp 500 Führungskräften. Es ist daran gedacht, demnächst etwa 20 Prozent des Unternehmens im Wert von etwa 12 Milliarden Dollar an die Börse zu bringen. Der Umsatz des Unternehmens betrug im Jahr 2010 145 Milliarden Dollar, der Reingewinn lag bei 3,8 Milliarden. Zusätzlich zu den Handelsaktivitäten ist Glencore auch noch ein bedeutender Produzent unter anderem von Zink. Daneben stehen noch zahlreiche Beteiligungen, unter anderem eine wichtige Beteiligung am großen Kohleminenunternehmen Xstrata.

Ein derartiger Leistungsausweis über einen im Wirtschaftsleben relativ kurzen Zeitraum ist bemerkenswert und sehr selten. Manche Anleger wird sich fragen, ob es sinnvoll ist, Glencore-Aktien zu zeichnen.

Falls Glencore in dem Tempo der letzten Jahre weiter wächst, dürfte dies ein interessantes Investment sein.

Hier kommt jedoch die richtige Einschätzung des richtigen Zeitpunkts zum Investieren in Betracht. Kundige Anleger wissen, dass sehr große Neuemissionen von Unternehmen, die an einer bestimmten Entwicklung hängen, oft das in der Nähe des Endes dieser Entwicklung stattfanden, die sie in Höhe getragen haben. Mancher mag sich an die zweite Tranche der Privatisierung der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen erinnern, die auf dem Höhepunkt des Internetbooms stattfand. Mancher erinnert sich vielleicht auch noch an den Börsengang der amerikanischen Beteiligungsfirma Blackstone Börsen-Chart zeigen, die auf dem Höhepunkt des kreditfinanzierten Booms im Jahr 2007 erfolgte. 12 Monate nach dem Börsengang von Blackstone waren vom kreditfinanzierten Übernahmeboom nur noch Ruinen übrig.

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