Salzgitter Will Mannesmannröhren-Werke übernehmen

Der zweitgrößte deutsche Stahl-Hersteller will einen Teil der Mannesmannröhren-Werke übernehmen und damit in die stark auf den Automobilsektor ausgerichtete Produktion von Präzisionsrohren einsteigen.

Peine - Salzgitter erklärte am Mittwoch, entsprechende Gespräche seien aufgenommen worden. Der Stahlkonzern sei ausschließlich an dem Unternehmensbereich geschweißte Röhren interessiert, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Unternehmens. Allerdings sollen sowohl die Fertigung als auch der Vertrieb übernommen werden.

Salzgitter sieht in einer Ausweitung ihrer Rohraktivitäten und im Einstieg in die Präzisionsrohrfertigung einen bedeutenden Beitrag zur Umsetzung der 1999 beschlossenen Wachstumsstrategie. Beide Unternehmen erwarten, dass die in "kooperativ-sachlicher Atmosphäre verlaufenden Gespräche in den nächsten Wochen zu konkreten Ergebnissen führen werden", heißt es in der Pflichtmitteilung an die Börse weiter. Nähere Details wollte ein Sprecher nicht nennen.

Höchste Produktion seit 25 Jahren

Der Stahl-Hersteller meldete zudem gute Geschäftszahlen. Mit 2,5 Millionen Tonnen Rohstahl erzeugte das Unternehmen in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 1999/2000 (30. September) die höchste Produktion seit 25 Jahren. Der Umsatz stieg im Konzern um 15 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro (rd. 2,93 Milliarden Mark), das Betriebsergebnis verdreifachte sich von 14 Millionen auf 46,5 Millionen Euro, teilte Unternehmen am Mittwoch weiter mit.

Der gute Geschäftsverlauf werde durch die allgemeine Konjunkturerholung verstärkt. Neben dem höheren Produktionsvolumen sei aber auch der Ertrag weiter verbessert worden. Für das Gesamtjahr erwartet der nach Thyssen-Krupp zweitgrößte deutsche Stahlhersteller eine noch stärkere Gewinnsteigerung.