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Immobilien, Aktien, Gold: Was bei Inflation ins Depot gehört

Foto: Angelika Warmuth/ picture-alliance/ dpa

Mischfonds "Nur die inneren Werte zählen"

Anleger beachteten Mischfonds lange Zeit weniger stark, jetzt rücken sie in das Scheinwerferlicht. Matthew McLennan, Manager des Investmenfonds Amundi International, sagt im Gespräch mit dem manager magazin, warum er seinen Mischformspielraum derzeit ausreizt - und dabei nicht voll auf Aktien setzt.
Von Arne Gottschalck

mm: Mr. McLennan, Was ist in Ihren Augen das wichtigste an einer Aktie?

McLennan: Wir suchen den "intrinsic value", den inneren Wert, so wie Benjamin Graham es beschrieben hat.

mm: In seiner Bibel für Value-Investoren, dem "Intelligent investor", tippe ich?

McLennan: Genau. Denn erst, wenn wir diesen inneren Wert einer Aktie herausgefunden haben, können wir auch errechnen, ob bei ihrer aktuellen Bewertung an der Börse eine "margin of safety", eine Sicherheitsmarge, eingebaut ist. Oder eben nicht.

mm: Ein Sicherheitsabschlag, um Krisen zu überstehen?

McLennan: Ja.

mm: Haben sie dabei eine Daumenregel, wie groß so ein Abschlag sein muss?

McLennan: Das hängt jeweils von der Branche ab, der Marktkapitalisierung oder weiteren Faktoren. Ganz grob gerechnet, suchen wir nach Aktien, die 30 Prozent unter ihrem inneren Wert notieren. Be denen wir 70 Cent für den Dollar zahlen, so nennen wir es.

mm: Und Sie werden derzeit fündig?

McLennan: Es ist nicht mehr so einfach wie noch vor zwei Jahren, aber dennoch finden wir auch jetzt interessante Unternehmen. Aber da wir unsere Aktien recht lange halten, im Schnitt um die fünf Jahre, sind wir nicht in Eile. Das ist auch die Zeit, die die Aktien haben, um sich zu ihrem inneren Wert vorzuarbeiten. Bestimmte Aktien kann man auch nur einmal im Jahrzehnt kaufen - eben wenn es von der Bewertung gerade passt.

mm: Aber aktuell sind Sie nicht so recht begeistert von Aktien, oder? Immerhin halten Sie derzeit 10 Prozent Gold oder goldnaher Investments wie zum Beispiel Minenaktien und noch dazu 15 Prozent Cash in Ihrem Fonds.

McLennan: Sagen wir so: Wir nutzen Gold-Investments ebenso als Absicherung, wie die Cash-Positionen. In Zeiten, in denen Menschen über das System kritisch nachdenken, hat sich Gold immer als gute Anlage erwiesen. Aber mehr als 10 Prozent unseres Fondsvolumens wollen wir nicht in dieser einen Anlageart halten.

mm: Worauf gründet sich denn Ihr Skeptizismus gegenüber Aktieninvestments?

McLennan: Es gibt eine Reihe von Gefahren für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Der steigende Ölpreis, die weitere Entwicklung in China, die Probleme der Europäischen Union - zum Beispiel die Inflation in Deutschland und die deflatorisch angelegte Politik in einigen Südländern der EU. Dazu kommen die geopolitischen Spannungen und die Probleme der USA.

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