Steigende Preise Euro-Inflation zieht deutlich an

Die Inflationsrate in der Euro-Zone ist überraschend stark auf 2,6 Prozent gestiegen. Der Einzelhandel bereitet sich angesichts dessen bereits auf nachlassende Umsätze vor - und die Europäische Zentralbank dürfte nun erst recht in der kommenden Woche den Leitzins anheben.
Steigende Benzinpreise: Europaweit zieht die Inflation immer kräftiger an

Steigende Benzinpreise: Europaweit zieht die Inflation immer kräftiger an

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Brüssel - Die Inflation in der Euro-Zone hat im März unerwartet stark zugelegt und dürfte der Europäischen Zentralbank (EZB) zunehmend Sorge bereiten. Die Verbraucherpreise stiegen um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Einen stärkeren Anstieg hatte es zuletzt im Oktober 2008 mit 3,2 Prozent gegeben. Experten hatten lediglich mit einem Plus von 2,3 gerechnet, im Februar hatte die Inflationsrate bei 2,4 Prozent gelegen.

Die anziehende Teuerung lässt bei den Währungshütern um EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die Alarmglocken schrillen. Experten rechnen damit, dass die EZB kommende Woche den Leitzins für die Euro-Zone erstmals seit gut zweieinhalb Jahren anhebt. EZB-Präsident Trichet hatte bereits entsprechende Andeutungen gemacht. Stabile Preise sieht die EZB mittelfristig bei Teuerungsraten von knapp unter 2 Prozent gewährleistet. In Deutschland liegt die Teuerungsrate für den europäischen Vergleich bei 2,2 Prozent.

Steigende Preise für Kraftstoff und Lebensmittel verderben offenbar auch den Verbrauchern in Deutschland die Kauflaune. Der Einzelhandelsverband HDE bekräftigte am Mittwoch in Düsseldorf zwar seine Prognose eines nominalen Umsatzplus' von 1,5 Prozent für 2011, warnte aber gleichzeitig vor "beträchtlichen Risiken". "Was die Verbraucher wegen der stark angestiegenen Kraftstoffpreise mehr ausgeben müssen, wird ihnen für andere Käufe fehlen", beklagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Gegenwärtig wirkten sich aber die gestiegenen Ölpreise noch nicht auf den Konsum aus.

Sorge bereiten dem HDE auch steigende Lebensmittelpreise. "Hier liegt eine Gefahr für den Konsum", betonte Genth. Steigende Kosten für Nahrung wirkten sich in der Regel stärker auf die Stimmung der Konsumenten aus als höhere Preise in anderen Bereichen.

cr/rtr
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