Börse Neue Sorgen um Fukushima bremsen Dax

Die erneute Verschärfung der Lage im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat die Erholung des Dax zum Wochenschluss gebremst. Der Index hat auf Wochensicht jedoch rund 4 Prozent gewonnen. Im MDax bricht der Wohnungsbaukonzern Gagfah nach der Klage der Stadt Dresden weiter ein.
Börse in Stuttgart: Trotz Japan-Schock und Libyen-Krise wächst an den Märkten wieder die Zuversicht

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Frankfurt am Main - Kursgewinne bei US-Technologiewerten haben am Freitag den deutschen Aktienmarkt gestützt. Der Dax  ging 0,2 Prozent höher bei 6946 Zählern aus dem Handel und hat damit auf Wochensicht gut 4 Prozent gewonnen.

Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 80,8 (Donnerstag: 103) Millionen Aktien. Der Umsatz sank auf 2,7 (3,3) Milliarden Euro.

US-Börsen klar im Plus

Nach einem Gewinnsprung beim Software-Konzern Oracle  lagen die US-Börsen bei Handelsschluss in Europa in Plus. Der Dow Jones  und der S&P 500 notierten 0,7 Prozent fester. Der Nasdaq Composite  kletterte um 0,9 Prozent.

Blick auf Japan

Die Erholung an den deutschen Börsen vollzieht sich jedoch verhaltener als zu Anfang der Woche. "Niemand weiß, was am Wochenende im Hinblick auf die Strahlung noch passiert", sagte ein Händler. Die japanische Atombehörde schloss am Reaktorblock 3 in Fukushima, in dem auch hochgiftiges Plutonium zum Einsatz kommt, eine Beschädigung des Druckbehälters nicht mehr aus. Japans Ministerpräsident Naoto Kan bezeichnete die Lage als sehr prekär.

Geschäftsklima nur minimal eingetrübt

Die Nachrichten aus Japan überlagerten die Aussicht, dass die deutsche Wirtschaft trotz der Atomkatastrophe auf Wachstumskurs bleibt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland war im März erstmals seit einem Jahr gefallen. Allerdings fiel der Rückgang auf 111,1 von 111,3 Punkte geringer aus als Experten erwartet hatten. Der Index stagniere auf einem sehr hohen Niveau, kommentierte Volkswirtin Ulrike Rondorf von der Commerzbank. Das zeige, dass der Aufschwung in Deutschland weitergehe.

Oracle stützt SAP-Aktie

Angeführt wurde der Dax von SAP-Aktien. Die Titel des Softwarekonzerns profitierten von einer Heraufstufung durch HSBC auf "Overweight" von "Neutral" sowie einem Gewinnsprung des US-Erzrivalen Oracle  . "Der Erfolg von Oracle basiert wohl auf einer steigenden Nachfrage am Markt und nicht davon, dass man der Konkurrenz Geschäft abgenommen hat", sagte ein Händler. Oracle-Papiere gewannen im frühen US-Geschäft 4,3 Prozent.

Anleger spekulieren auf Siemens-Gebot für Kuka

Gefragt waren auch die Anteilsscheine des Dax-Schwergewichts Siemens, die um 0,7 Prozent anzogen. Das Management will einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge dem Aufsichtsrat am Montag vorschlagen, die Lichttechniktochter Osram an die Börse zu bringen. Zudem kursierten in den Handelsräumen Gerüchte, denen zufolge der Münchener Konzern den Roboterbauer Kuka für 20 Euro je Aktie übernehmen wolle.

Kuka-Aktien führten mit einem Plus von 5 Prozent auf 16,40 Euro den SDax an. Beide Unternehmen wollten sich zu den Spekulationen nicht äußern.

Gildemeister sehr fest - Kapitalerhöhung geplant

Bei den Nebenwerten im MDax ragten Gildemeister nach der lang erwarteten Ankündigung einer Kapitalerhöhung mit einem Plus von 5,8 Prozent heraus. "Einige hatten wohl auf ein noch größeres Volumen und einen kräftig sinkenden Aktienkurs gewettet. Diese Anleger mussten sich jetzt wieder eindecken", sagte ein Händler.

Dresden klagt gegen Gagfah

Auf Talfahrt gingen dagegen die Aktien der Immobilienfirma Gagfah, sie verloren fast 4 Prozent. Die Stadt Dresden hat beschlossen, den Wohnungskonzern auf eine Vertragsstrafe zu verklagen. Gagfah wies den Vorwurf zurück, gegen die vereinbarte Sozialcharta verstoßen zu haben. Seitdem die Vorwürfe aus Dresden Anfang März bekannt geworden waren, hat die Aktie von Deutschlands größter börsennotierter Wohnungsgesellschaft fast 30 Prozent an Wert eingebüßt.

la/reuters