Börse Dax nimmt wieder 7000 Zähler in den Blick

Der Dax schließt mit deutlichen Kursgewinnen und klettert wieder über die Marke von 6900 Zählern. Titel von BMW und BASF haussieren. Auch an der Wall Street zeigen die Indizes trotz schwacher Konjunkturdaten nach oben.
Bulle vor der Börse in Frankfurt: Anleger setzen wieder auf eine Erholung

Bulle vor der Börse in Frankfurt: Anleger setzen wieder auf eine Erholung

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag mit einem deutlichen Plus geschlossen. Der Leitindex Dax legte um 1,90 Prozent auf 6933,58 Punkte zu. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 1,72 Prozent auf 10 167,11 Punkte bergauf und der TecDax rückte um 1,05 Prozent auf 900,25 Punkte vor.

"Anscheinend haben viele Börsianer das weiter niedrige Kursniveau zum Markteinstieg genutzt", schrieb Analyst Andre Saenger von IG Markets. Auch schwache US-Konjunkturdaten hätten die Kauflaune nicht beeinträchtigt.

Gleiches galt für den Rücktritt des portugiesischen Regierungschefs José Sócrates wegen einer Schlappe bei der Abstimmung über ein neues Sparpaket: Dies war laut Experten erwartet worden, so dass sich auch der Euro kräftig erholen konnte.

BASF optimistisch für laufendes Quartal

Die BASF-Titel gewannen dank optimistischer Zukunftsaussagen 3,36 Prozent auf 58,370 Euro und gehörten damit zu den Spitzenwerten im Dax. Der Chemiekonzern rechnet im laufenden ersten Quartal mit einem starken Wachstum.

Über ein Kursplus von 3,67 Prozent auf 48,990 Euro konnten sich die Aktionäre von HeidelbergCement freuen. Händler verwiesen auf die Annahme, der Bedarf an Bau- und Rohstoffen dürfte wegen des Wiederaufbaus in Japan steigen.

Autotitel gefragt

Unter den Favoriten der Anleger waren auch die Papiere der Autobauer und Zulieferer zu finden. Hier half laut Analyst Saenger eine Prognose des Ifo-Instituts, derzufolge der Umsatz von Deutschlands Autoindustrie im laufenden Jahr um rund zehn Prozent wachsen soll. Bester Wert im Leitindex waren BMW mit einem Plus von 4,22 Prozent auf 57,600 Euro. Die VW-Vorzüge konnten um 2,63 Prozent auf 113,10 Euro zulegen. Beide Werte profitierten zudem von positiven Analystenkommentaren.

Der Stuttgarter Konkurrent Daimler macht laut Kreisen Fortschritte bei der Übernahme des Motorenbauers Tognum, was für ein Kursplus von 3,52 Prozent auf 49,015 Euro sorgte. Beim SDax-notierten Autozulieferer Grammer ließen Übernahmegerüchte die Aktie um 6,61 Prozent auf 18,220 Euro hochspringen.

Nebenwerte: Fuchs und Evotec gefragt

Ansonsten standen Unternehmenszahlen im Fokus. Die Anteilsscheine von Fuchs Petrolub kletterten im MDax um 2,49 Prozent auf 100,75 Euro, was Händler aber vor allem mit dem angekündigten Aktiensplit erklärten. Die Titel von IVG Immobilien gewannen nach ebenfalls unspektakulären Zahlen 2,78 Prozent auf 6,218 Euro. Der Chemikalienhändler Brenntag peilt nach einem Rekordergebnis 2010 abermals einen kräftigen Gewinnzuwachs an, was die Papiere um 4,27 Prozent auf 73,53 Euro steigen ließ.

Im TecDax kletterten die Evotec-Titel um 5,07 Prozent auf 3,089 Euro. Das Biotechnologie-Unternehmen hat 2010 erstmals in seiner 18- jährigen Geschichte einen Gewinn erzielt und die Analystenerwartungen übertroffen. Die Jenoptik-Aktionäre können nach der Rückkehr in die Gewinnzone wieder auf eine Dividende hoffen. Dennoch verloren die Aktien 0,95 Prozent auf 5,527 Euro. Prozentual unverändert schlossen nach Zahlen die Papiere von Solarworld.

Für den EuroStoxx 50 ging es um 1,52 Prozent auf 2909,78 Punkte hoch. In Paris und London schlossen die nationalen Aktienindizes ebenfalls deutlich im Plus. Auch der New Yorker Dow Jones verzeichnete zum europäischen Handelsende Gewinne.

Euro über 1,40 US-Dollar

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,96 (Mittwoch: 2,97) Prozent. Der Rentenindex Rex ging um 0,18 Prozent auf 121,84 Punkte zurück. Der Bund Future verlor 0,07 Prozent auf 122,21 Punkte.

Der Kurs des Euro stieg auf 1,4196 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,4128 (1,4136) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7078 (0,7074) Euro gekostet

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