Uniwheels bietet 7,5 Prozent Zinsen Felgenhersteller wirbt um Privatinvestoren für Anleihe

Uniwheels bietet bei seiner ersten Anleihe einen Zinskupon von 7,5 Prozent. "Das Feedback vom Finanzmarkt ist positiv", sagte Rolf Graf, der Vorsitzende der Geschäftsführung, im Interview mit manager magazin online. Das Unternehmen werde 50 Millionen Euro für eine Laufzeit von fünf Jahren einsammeln, sagte Graf.
Uniwheels: Neue Geldgeber gesucht

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Hamburg - Die hohe Verzinsung soll Anleger für das Risiko entschädigen, das mit dem Investment in ein kleines Unternehmen aus einer stark konjunkturabhängigen Branche verbunden ist. Zum Vergleich: Eine Anleihe des Automobilherstellers Peugeot mit fünf Jahren Restlaufzeit bringt Anlegern aktuell weniger als fünf Prozent Rendite. Dabei ist die Kreditwürdigkeit laut Ratingagenturen durchaus ähnlich: Peugeot wird von S&P und Fitch mit "BB+" eingestuft. Dieses Rating besitzt auch Uniwheels, verliehen von Creditreform und Euler Hermes. Diese Bonitätsbewertung liegt im spekulativen Bereich, im Finanzjargon wird auch von Ramschanleihen ("Junk bonds") gesprochen.

Die Uniwheel-Anleihe soll am 19. April am Stuttgarter Börsensegment Bondm in den Handel starten, Anleger können die Anleihe vom 4. Bis 15. April zeichnen. Bondm richtet sich auch wegen der kleinen Stückelung von 1000 Euro pro Anleihe an Privatanleger.

Uniwheels hatte den Umsatz im vergangenen Jahr um knapp ein Drittel auf 293 Millionen Euro gesteigert, der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) wuchs ähnlich stark auf 28,2 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Jahresgewinn von 19,9 Millionen Euro; 2009 dagegen hatte das Unternehmen aufgrund der Wirtschaftskrise noch 15,8 Millionen Euro Verlust gemacht. Seitdem hat Uniwheels die Kosten stark gesenkt und den deutlich größeren Rivalen ATS Europa nach der Übernahme 2008 integriert.

Ungewöhnliche Struktur

Die Struktur hinter der Anleihe ist ungewöhnlich: Ausgegeben wird der Bond von der deutschen Uniwheels Holding GmbH. Für die Anleihe haftet und bürgt die Rasch Holding Ltd. von den britischen Jungferninseln.

"Diese Struktur ist auf mich persönlich ausgerichtet und hat auch steuerliche Gründe", sagte der Geschäftsführende Gesellschafter Ralf Schmid, dem 92 Prozent der Uniwheels-Anteile gehören. Die übrigen acht Prozent besitzt sein Cousin Michael Schmid.

Uniwheels fertigt Felgen in Polen in einer steuerfreien Zone. Die Steuerbefreiung gelte bis 2016, sagte Finanzchef Graf: "Daher haben wir eine starke Ertragskraft und zahlen kaum Steuern."

Das Geld vom Finanzmarkt soll zur Hälfte in den Abbau von Bankverbindlichkeiten fließen. Außerdem plant Uniwheels 2011 Investitionen von 33 Millionen Euro, unter anderem für den Aufbau des Geschäfts in China.

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