Anlegerangst Immobilienfonds schließt wegen Japan-Desaster

Die Krise in Japan hat den ersten offenen Immobilienfonds in Deutschland erreicht: Die Fondsgesellschaft Union Investment hat ihren milliardenschweren UniImmo-Global-Fonds geschlossen, der zu 14 Prozent in Tokio investiert ist. Der Wert der Immobilien müsse nach der Katastrophe neu bestimmt werden.
Tokio bei Nacht:

Tokio bei Nacht:

Foto: Adam Pretty/ Getty Images

Frankfurt am Main - Zur Begründung erklärte Union Investment Real Estate, der Anteilswert lasse sich aktuell nicht ordnungsgemäß ermitteln. Die Immobilien müssten angesichts des Nuklearunfalls in Japan und der unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen neu bewertet werden. Anleger können damit bis auf weiteres Anteilsscheine weder zurückgeben noch kaufen.

Es ist das erste Mal, dass Union Investment einen offenen Immobilienfonds einfriert. Anders als viele Konkurrenten hatte die Fondsgesellschaft in der Finanzkrise nicht mit massiven Mittelabflüssen aus diesen Produkten zu kämpfen. Auch der UniImmo Global sei ausreichend liquide, obgleich die Mittelabflüsse in den vergangenen Tagen zugenommen hätten, sagte ein Sprecher. Die Schließung sei eher eine Vorsichtsmaßnahme.

An den Fondsimmobilien in Tokio seien infolge des Erdbebens und des Tsunamis auch keine größeren Schäden entstanden. Andere Immobilienfonds von Union Investment sind in Tokio ebenfalls investiert, allerdings in kleinerem Umfang. Diese Produkte müssen daher nach Unternehmensangaben auch nicht eingefroren werden.

Die Konkurrenz sieht derzeit noch keinen Anlass, die Notbremse zu ziehen. "Der Offene Immobilien-Publikumsfonds Deka-ImmobilienGlobal bleibt geöffnet", erklärte Torsten Knapmeyer, Geschäftsführer der Deka Immobilien und der WestInvest. "Für uns gibt es, auch nach Rücksprache mit den zuständigen externen Bewertern, derzeit keine Anhaltspunkte dafür, dass die vier Objekte des Fonds in Japan neu bewertet werden müssten."

Nach Unternehmensangaben liegen nur zwei der Objekte, die 6,6 Prozent des Fondsvermögens ausmachen, im Großraum Tokio, die anderen beiden im Großraum Osaka. Ähnlich äußerte sich die Deutsche-Bank-Tochter RREEF: "RREEF sieht aktuell keine Veranlassung den Fonds Grundbesitz Global zu schließen", sagte ein Sprecher.

kst/dpa-afx
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