Donnerstag, 22. August 2019

Erdbeben in Japan Kurse der Rückversicherer brechen ein

Küste bei Kamaishi: Ausmaß der Schäden noch kaum abzuschätzen

Die Kurse der weltweit größten Rückversicherer Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück sind am Freitag nach dem Erdbeben in Japan und der Tsunami-Warnung für die Pazifikküste Japans, Russlands und Chinas eingebrochen. Die Folgen und Kosten des verheerenden Bebens sind noch nicht abzuschätzen.

Tokio - Ein Erdbeben der Stärke 8,9 hatte eine Flutwelle ausgelöst, die mittlerweile in der Küstenregion bereits für verheerende Schäden sorgte. Das Epizentrum des Bebens, das sich gegen 14.45 Uhr Ortszeit (06.45 Uhr MEZ) ereignete, lag 130 Kilometer östlich der japanischen Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio.

Möglicherweise sei es das bislang schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans, sagte der Chefsekretär des Kabinetts, Yukio Edano, nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo. Die Börse in Tokio brach am Freitag ein, und auch der Dax Börsen-Chart zeigen rutschte bis zum Mittag deutlich ins Minus.

In Deutschland gingen die Aktien des weltweit größten und des drittgrößten Rückversicherers Munich Re Börsen-Chart zeigen und Hannover Rück Börsen-Chart zeigen auf Tauchstation. Gegen 11.05 Uhr gaben die Papiere der Munich Re 4,67 Prozent auf 111,30 Euro ab. Die Titel der Hannover Rück fielen am MDax-Ende um 5,36 Prozent auf 38,615 Euro. In der Schweiz sackte die weltweite Nummer zwei der Branche, Swiss Re, um 5,41 Prozent auf 50,70 Franken ab.

Schäden noch nicht abzusehen

Für Analyst Christian Hamann von der Hamburger Sparkasse ist es schwer, die Lage so früh einzuschätzen. Es könne Wochen dauern, bis eine ungefähre Schadensumme ermittelt wird.

Da das Beben den gesamten Aktienmarkt erst einmal belaste, könne sich das vor allem auf das Kapitalanlagegeschäft negativ auswirken. Vieles hänge von der Schadensumme ab. In Asien stünden zudem Neuverträge an.

Händler äußerten sich ähnlich. Das Ausmaß sei schwer abzuschätzen. Klar sei nur, dass alle Rückversicherer in der Region engagiert seien. Ein Börsianer hob ebenfalls die anstehende Erneuerungsrunde in Asien hervor, die nach dem Beben positiver für die Versicherer ausfallen könnte.

Florian Weber, Handelsvorstand der Schnigge Wertpapierhandelsbank, verwies zudem auf die generelle Marktstimmung. "Der Markt war bereits kippelig und das Erdbeben ist da quasi das Tüpfelchen auf dem i." Dass die Rückversicherer erst einmal deutlich zurückfielen, sei klar. Allerdings rechnet Weber mit einer eher kurzfristigen Belastung. Der Markt schaue vor allem in die Zukunft und da spielte beispielsweise die Erneuerungsrunde ein wichtige Rolle.

la/dpa-afx

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