Nahrungsmittel Kaffeepreis steigt auf 34-Jahres-Hoch

Während in Libyen weiter gekämpft wird und in Deutschland der Streit um den Agrarsprit E10 weitergeht, setzen Gold, Öl und viele Agrarrohstoffe ihren Preisanstieg fort. Kaffee ist so teuer wie seit 34 Jahren nicht mehr.
Teure Kaffeebohne: "Die Aufwärtsdynamik ist phänomenal"

Teure Kaffeebohne: "Die Aufwärtsdynamik ist phänomenal"

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Angesichts eines immer knapper werdenden Angebots haben sich Anleger am Mittwoch erneut mit Terminkontrakten auf Kaffee der Sorte Arabica eingedeckt. Der Mai-Future war mit einem Preis von 2,927 Dollar je Pfund so teuer wie seit 34 Jahren nicht mehr.

In seinem Schlepptau zog der in London gehandelte Kontrakt auf Robusta-Kaffee um bis zu 3,2 Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch von 2542 Dollar je Tonne an. "Fonds und spekulativ orientierte Anleger sind in den vergangenen Wochen in den Markt zurückgekehrt", sagte Analystin Andrea Thompson vom Branchendienst CoffeeNetwork. "Die Aufwärtsdynamik ist phänomenal."

Den Aussagen eines Mitarbeiters der ugandischen Kaffee-Behörde UCDA zufolge werden die Ausfuhren des zweitgrößten afrikanischen Exporteurs 2011 wegen des schlechten Wetters 17 Prozent unter Vorjahresniveau liegen. In den vergangenen Monaten waren bereits die Prognosen für die kolumbianische Kaffee-Ernte mehrfach nach unten korrigiert worden.

Goldpreis klettert weiter - auch Kupfer erneut teurer

Ungebrochen war auch der Höhenflug des Goldes - in Yen gerechnet. Wegen der anhaltenden Unruhen in Nordafrika und dem Nahen Osten sowie den Kursverlusten ihrer Währung nahmen japanische Investoren verstärkt Kurs auf den "sicheren Anlagehafen". Für sie war das Edelmetall mit 118.737 Yen pro Feinunze (31,1 Gramm) so teuer wie seit Februar 1983 nicht mehr. In der US-Valuta gerechnet verteuerte sich Gold um 0,5 Prozent auf 1435,80 Dollar und lag damit nur etwa zehn Dollar unter dem Rekordhoch vom Montag.

Gefragt war außerdem Kupfer, das sich um 0,4 Prozent auf 9565 Dollar je Tonne verteuerte. "Der Risiko-Appetit der Anleger kehrt langsam zurück", sagte Analyst Carl Firman von Virtual Metals. Wenn aber der Ölpreis wieder deutlich anziehen sollte, könnte die Stimmung schnell wieder kippen, warnte der Rohstoff-Experte. Größere Kurseinbrüche seien aber nicht zu erwarten, betonte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. "Tiefere Preise werden zum Einstieg genutzt. Ich gehe davon aus, dass Kupfer die 10.000-Dollar-Marke bald wieder testen wird."

Ölpreis dreht ins Plus - heftige Kämpfe in Libyen

Der Ölpreis drehte nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Am frühen Nachmittag kostete die Nordsee-Sorte Brent mit 114,37 Dollar je Barrel (159 Liter) 1,2 Prozent mehr als am Vortag. US-Leichtöl WTI zog um 0,4 Prozent auf 105,47 Dollar an. Als Grund nannten Börsianer die heftigen Kämpfe zwischen den Truppen des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi und den Rebellen.

Ölhändler Christopher Bellew von Bache Commodities und Barclays-Analyst Paul Horsnell bezweifelten, dass die Produktion des weltweit zwölftgrößten Öl-Exporteurs bald wieder das Niveau von vor Ausbruch der Kämpfe erreichen wird. Sie sagten einen langanhaltenden Bürgerkrieg in dem nordafrikanischen Land voraus.

la/reuters
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