Börsenausblick Heitere Aussichten

Die Börsenexperten üben sich in Optimismus - es soll weiterhin aufwärts gehen, heißt es. Den ersten Härtetest für diese Einschätzung liefert der Ifo-Index, der für Montag angekündigt ist. Und auch ansonsten bleibt die Berichtswoche spannend.
Schöne Aussichten: Damit rechnen die Experten für die deutschen Aktien in der kommenden Woche. Im Bild ein Herrenquartett, das den Ausblich gleichfalls zu genießen scheint - wenn auch auf die Anzeigentafel der australischen Börse in Sidney

Schöne Aussichten: Damit rechnen die Experten für die deutschen Aktien in der kommenden Woche. Im Bild ein Herrenquartett, das den Ausblich gleichfalls zu genießen scheint - wenn auch auf die Anzeigentafel der australischen Börse in Sidney

Foto: Getty Images

Frankfurt am Main - Der Start in die heiße Phase der Bilanzsaison in Deutschland könnte in der neuen Woche die Lust der Anleger auf Aktien weiter anheizen. "Die Erwartungen an die Unternehmen sind zwar hoch, aber sie konnten sie bislang meist erreichen oder gar übertreffen", sagte Marktstratege Jörg Rahn von Marcard Stein & Co. "Bei vielen Unternehmen wird der Ausblick auf das Gesamtjahr gut ausfallen." In der vergangenen Woche legte der Dax  0,8 Prozent auf 7426,81 Punkte zu und lag weiter in der Nähe seines am Mittwoch erreichten Drei-Jahres-Hochs von 7438 Zählern. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex damit rund sieben Prozent gewonnen.

Nachdem viele Unternehmen in den USA, in Japan und in Europa mit robusten Geschäftszahlen die Aktienmärkte zuletzt nach oben gezogen hatten, richten sich nun die Augen auf Dax-Schwergewichte wie BASF  und Deutschen Telekom . "Die Bilanzsaison ist bislang recht gut gelaufen und es sieht danach aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird", sagte ein Börsianer. Mit einem ersten Härtetest für den Aktienmarkt rechnen Börsianer gleich am Montag. Dann steht mit dem Ifo-Index für Februar der wichtigste deutsche Konjunkturindikator zur Veröffentlichung an. Im Januar war der Geschäftsklima-Index bereits auf 110,3 Punkte und damit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung geklettert. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt damit, dass das Barometer mit 110,2 Zählern auf seinem hohen Niveau verharrt.

Die Einschätzung der aktuellen Lage dürfte sich der Befragung zufolge auf 113 Punkte noch leicht verbessern. Am Mittwoch wird die Bilanz der Commerzbank  genau unter die Lupe genommen. "Die Deutsche Bank  hat ja bereits einen positiven Ausblick gegeben, jetzt ist man gespannt, was die Commerzbank liefert", sagte Marktstratege Rahn. "Die Commerzbank hat einen großen Bestand an Firmenkrediten. Man hofft nun, dass die Abschreibungen darauf wegen der guten Konjunktur geringer als erwartet ausfallen." Erwartet werden zudem Aussagen zum Ausstieg des Bundes, der seit der Finanzkrise ein Viertel der zweitgrößten Bank in Deutschland besitzt. Tags darauf dürften die Geschäftszahlen der Postbank  daraufhin durchforstet werden, ob in der Bilanz weitere Risiken für die Deutsche Bank schlummern. Der deutsche Branchenprimus hält die Mehrheit an der Postbank. Anleger werden sich am Donnerstag auch ein Bild über die Lage anderer Branchen in Deutschland machen können. Der "Persil"-Hersteller Henkel, der Energiekonzern RWE , der Versicherer Allianz  und der Chemieriese BASF wollen Investoren einen Blick in die Bücher gewähren. Analysten trauen BASF  für das vierte Quartal einen Sprung des operativen Gewinns (Ebit) vor Sondereinflüssen von 30 Prozent zu. Am Freitag folgen die Zahlen der Deutschen Telekom.

Allerdings gibt es unter Börsianern auch Stimmen, die vor einer Korrektur warnen. "Auslöser könnte eine wieder wachsende Unsicherheit vor dem Ende März stattfindenden EU-Gipfel sein, wo der langfristige Krisenmechanismus beschlossen werden soll", heißt es in einem Marktkommentar der Landesbank Berlin. "Aber auch die Unruhen in der arabischen Welt könnten eine Konsolidierung initiieren." Ein Risiko liegt nach Einschätzung von Weberbank-Analyst Sören Wiedau im kräftigen Anstieg der Kurse. "So zeigen zahlreiche Stimmungsindikatoren einen übertriebenen Optimismus der Anleger an, was als Warnhinweis gedeutet werden kann", erklärte Wiedau. Die wenigen US-Konjunkturdaten werden daraufhin geprüft werden, ob sie Rückschlüsse auf die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Fed zulassen. Am Dienstag steht das US-Verbrauchervertrauen zur Veröffentlichung an, am Donnerstag der Eigenheimabsatz und am Freitag die zweite Schätzung für das Brutto-Inlandsprodukt im vierten Quartal 2010. Ein höheres Inflationsniveau haben die Märkte nach Einschätzung von Metzler-Analyst Mario Mattera zuletzt schon eingepreist.