Airbag-Aktien Renditetitel mit Inflationspuffer

Zerrissenheit hat Deutschlands Anleger gepackt. Einerseits hingezogen zu allen Investmentmöglichkeiten, die vergleichsweise wenig inflationsanfällig sind. Andererseits fasziniert von dem, was das schnelle Geld bedeuten könnte. Jetzt gibt es ein Mittel, das Deutschlands Sparer etwas von beidem bietet: die Aktie.
Von Markus Zschaber
Börse New York: Weltweit zieht die Inflation an

Börse New York: Weltweit zieht die Inflation an

Foto: REUTERS

Hamburg - Die Inflation ist wieder da, die Angst der Deutschen davor auch. Und sie steigt mit jeder Meldung, mit jedem Hinweis, der darauf deutet, dass die Teuerung wohl noch weiter anzieht. Ob Erzeugerpreisindizes, Verbraucherpreisindizes oder Konsumentenpreis-Deflatoren: Alles weist in diese Richtung. Entsprechend sorgen sich insbesondere Anleger, die nicht zuletzt auf den Werterhalt ihrer Investments achten und deshalb in vergangenen Jahren insbesondere in Anleihen investiert haben. Sie müssen jetzt umdenken.

Denn die Renditen vieler Staatsanleihen spiegeln längst das steigende Inflationsrisiko noch nicht angemessen wider. Die Umlaufrendite beispielsweise in Deutschland müsste bei den aktuell herrschenden Inflationserwartungen über 3,5 Prozent liegen - jedenfalls wenn man voraussetzt, dass der natürliche Zins einer Staatsanleihe im Wesentlichen aus dem Potenzialwachstum einer Volkswirtschaft, der als angemessen geltenden Inflationsrate und der Ausfallwahrscheinlichkeit von Staatsanleihen abgeleitet wird.

Sicher, die Umlaufrenditen sind in den vergangenen Monaten bereits angestiegen. Aber wir sind uns sicher, dass sich die wahren Ausfallwahrscheinlichkeiten in dem kleinen Aufschlag noch nicht widerspiegeln, die Inflationserwartungen sich aber noch einpreisen werden. Deshalb sollten auch vorsichtige Investoren vermehrt in ein attraktiveres Investmentsegment umschichten. In eines, das sowohl von der Bewertungsseite interessant ist. Und in eines, das gleichzeitig auch Potenzial bietet, um am gegenwärtigen Aufschwung zu partizipieren und bestmöglich noch einen gewissen Schutz vor Inflation bietet. Und diese drei Bedingungen werden nach unserer Meinung aktuell in erster Linie durch die Geldanlage in Aktien erfüllt.

Denn wir gehen beispielsweise davon aus, dass wir in Deutschland, ähnlich wie Ende der 80er Jahre, höhere Inflationsraten in Kombination mit einem schwungvollen Wirtschaftswachstum erleben werden. Das führt zu einem Umfeld, das eher für Investments in Aktien spricht.

Kein Wunder also, dass mehr und mehr Sparer das höhere Wertschwankungsrisiko der Aktien - wenn auch womöglich ein wenig zerknirscht - hinnehmen, weil die strukturellen Schwierigkeiten anderer möglicher Anlageklassen noch schwerer wirken. In unserer strategischen Ausrichtung, der eine gewisse Mittelfristigkeit innewohnt, betrachten wir Aktienanlagen dann auch bereits seit Monaten als das sicherere Investment als Anleihen, um sich ein wenig vor der anziehenden Inflation zu schützen. Wir rechnen nicht zuletzt deshalb auch damit, dass die Nachfrage nach Aktien noch steigen wird - und damit auch die Aktienkurse.

Dadurch, dass unser Basisszenario von steigenden Wachstumsraten inklusive ansteigender Inflation mittelfristig ausgeht, erachten wir neben der Aktie auch Rohstoffe, vor allem aber Werkstoffe, also Materialien, welche in den Produktionsprozessen benötigt werden, als hochinteressant. Auch hier haben wir die Gewichtungen bereits in den letzten beiden Jahren markant in unseren Portfolios integriert, da diese Preisentwicklungen eindeutig abzusehen waren und diese nach unserer Auffassung eine eindeutige ökonomische Konsequenz darstellen.

In der Zukunft wird jeden Anlegertypus die Inflation beeinflussen, und es sollte jeder Anleger, ob privater oder institutioneller Natur, versuchen, gewisse Schutzmechanismen innerhalb seines Portfolios oder Depots zu integrieren.

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