Börse Ruhe vor dem Weihnachts-Ansturm

Die deutschen Börsen gönnen sich eine Verschnaufpause und hoffen auf bessere Zeiten.

Frankfurt/Main - Der Frankfurter Aktienmarkt schloß am Dienstag schwächer. Der Dax gab im Parketthandel um 105,80 Zähler auf 4662,78 Punkte nach. Im Xetra-Handel ging er um 1,7 Prozent auf 4681,34 Einheiten nach unten. Der M-Dax für die 70 wichtigsten Nebenwerte fiel um 56,78 Einheiten auf 3907,12 Punkte.

Zahlreiche Händler erwarten nach dem Bruch der 4700-Punkte-Marke nun weitere Abschläge bis zu einem Niveau um 4500. Im Anschluß sei dann aber im Rahmen einer "Weihnachtsrallye" Luft bis auf 5200 Zähler. Viele Fonds müßten zum Jahresende noch Liquidität anlegen und ihre Ergebnisse aufbessern, wurde diese Prognose begründet.

Verantwortlich für den Abwärtstrend waren offenbar fehlende Anschlußorders nach einer gut behaupteten Eröffnung. Die schwächeren Vorgaben der Wall Street sowie die am Nachmittag erneut im Minus eröffnende US-Börse belasteten die deutschen Märkte. Nach einem Tageshoch bei 4790 gab der Dax innerhalb kurzer Zeit 120 Zähler ab. Zum Handelsende standen im Blue-Chip-Bereich 24 Verlierern sechs Gewinner gegenüber.

Kursverluste gab es quer durch alle Branchen. Die Commerzbank konnte nicht dauerhaft von der angekündigten Kooperation mit dem italienischen Versicherungskonzern Generali profitieren: Commerzbank-Aktien verbilligten sich um 4,46 Prozent auf 52,50 Mark. Zu den großen Verlierern gehörten Autoaktien. BMW verbilligten sich um 6,89 Prozent auf 1 095 Mark, Daimler verloren 5,05 Prozent auf 127,90 Mark.

Auch die Chemiebranche gab deutlich ab. Bayer verloren 3,50 Prozent auf 64,75 Mark, Hoechst 4,97 Prozent auf 70,80 Mark und BASF 3,61 Prozent auf 64 Mark. Auch der Chemie- und Edelmetallkonzern Degussa konnte nur anfangs von guten Geschäftszahlen und der Ankündigung einer Dividendenerhöhung profitieren. Zum Schluß des Parketthandels rutschte Degussa um 0,37 Prozent auf 81,50 Mark. Mit Gewinnen schlossen nur Metro (plus 0,50 Prozent auf 101,50 Mark), Mannesmann (plus 0,30 Prozent auf 165 Mark) und Adidas (plus 0,17 Prozent auf 174,80 Mark).

Der Dollar gab im Laufe des Nachmittags einen Teil seiner Kursgewinne wieder ab. Er wurde am Abend mit 1,6820/30 DM gehandelt nach einem Mittelkurs von 1,6844 Mark.

Am Rentenmarkt verteuerten sich öffentliche Anleihen bis um 87 Pfennig. Die Umlaufrendite sank von 4,14 auf 4,05 Prozent. Der Rentenindex stieg auf 116,39 (115,92) Punkte. DM-Auslandsanleihen tendierten behauptet. Die Unze Gold kostete London zum zweiten Fixing 292,25 (mittags: 291,75) Dollar. Der Kilobarren verbilligte sich um zehn Mark auf 15.850 Mark.

Die New Yorker Aktienbörse hat sich am Dienstag im Handelsverlauf etwas leichter präsentiert. Die Gewinnmitnahmen des Vorabends hätten sich nach den negativen Vorgaben der Börsen in Fernost und Europa zunächst fortgesetzt, sagten Händler. Nach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Wochen werde "die Luft dünner", sagten Marktbeobachter. Hinzu komme, daß Hoffnungen geschwunden seien, daß die US-Notenbank Fed bereits bei ihrer Sitzung am 17. November erneut die Zinsen senken werde. Um 17.30 Uhr MEZ lag der Dow Jones Index mit 8899,51 Punkten um 0,02 Prozent niedriger.

Auch in Tokio mußte der Aktienmarkt am Dienstag nach anfänglichen Gewinnen Einbußen verkraften. Der Nikkei-Index gab um 86,45 Punkte oder 0,6 Prozent nach und schloß bei 14.108,09 Punkten. Im Morgenhandel hätten vor allem ausländische Investoren Asiens Leitbörse noch zu einem leichten Gewinn von 0,3 Prozent verholfen, sagten Händler. Doch die miserablen Halbjahresbilanzen japanischer Unternehmen vor dem Hintergrund der hartnäckigen Rezession hätten die Stimmung am Markt bald wieder verdüstert.

Am Devisenmarkt setzte sich der Anstieg des US-Dollars zum japanischen Yen derweil rasant fort. Um 15 Uhr Ortszeit wurde die US-Währung mit 122,13/15 Yen nach 119,53/56 Yen am Montag nachmittag gehandelt.

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