Aktien Nicht alle bieten Inflationsschutz

Aktien gelten unter Anlegern ähnlich wie Investments in Gold als perfekter Inflationsschutz. Doch längst nicht jede Aktie bietet diese Eigenschaft, erklärt Fondsmanager Frederic Plisson im Interview - und auch, welche Titel den gewünschten Schutz bieten.
Von Arne Gottschalck
Vaule-Investor: Frederic Plisson verwaltet für das französische Investmenthaus Financiere de l'Echiquier den Echequier Major, einen europäischen Aktiefonds, der schwerpunktmäßig in Bluechips investiert

Vaule-Investor: Frederic Plisson verwaltet für das französische Investmenthaus Financiere de l'Echiquier den Echequier Major, einen europäischen Aktiefonds, der schwerpunktmäßig in Bluechips investiert

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mm: Herr Plisson, derzeit fließt das Geld aus den Schwellenländern wieder Richtung entwickelter Märkte. Merken Sie das in ihrem Fonds, zum Beispiel in Form von Zuflüssen?

Plisson: Das hat weniger etwas mit Schwellenmärkten oder entwickelten Märkten zu tun, sondern vielmehr damit, ob sich Anleger für Wachstumswerte oder Titel von Unternehmen mit schon gehöriger Substanz entscheiden wollen.

mm: Eine Stilfrage also?

Plisson: Die vergangenen zwei Jahre waren sehr gut für den Wachstumstil, was sich eben besonders in den Emerging Markets niedergeschlagen hat. Nun werden die Anleger unruhig und denken wieder über Value nach.

mm: Bietet so ein Stil eigentlich automatisch auch einen Inflationsschutz? Immerhin investieren Sie in Ihrem Fonds vor allem in Bluechips.

Plisson: Ja, in gewisser Weise. Immerhin haben solche Unternehmen oft die Marktmacht, Preiserhöhungen zum Beispiel auf der Rohstoffseite, an ihr Kunden weiterzureichen. Wir halten um die 50 Aktien im Portfolio, und man kann sicherlich nicht mit allen richtig liegen. Immerhin entwickelt sich so eine Marktmacht nicht von heute auf morgen.

mm: Was hakten Sie von der Entwicklung, dass es den deutschen Kittelstand jetzt offenbar öfter zur Börse zieht. Marktführer in der Nische, das wäre doch etwa für Sie?

Plisson: Auf jeden Fall, wir haben zum Beispiel vor einiger Zeit Aktien von Brenntag gekaut, einem Unternehmen, das Chemieprodukte vertreibt und in seiner Nische sehr stark ist. Oder nehmen wir das Unternehmen Pearsons …

mm: … das jetzt nicht mehr wirklich klein ist.

Plisson: Aber ein gutes Beispiel. Das Unternehmen ist sehr stark in der Erziehungsliteratur und deren Weiterentwicklung, zum Beispiel als E-Book. Und Erziehung oder auch Ausbildung, da ist in meinen Augen ein Megatrend. Zuletzt hat Pearsons in Brasilien zugekauft.

mm: Die Zeiten an er Börse scheinen unruhiger zu werden. Wie streuen Sie das Risiko?

Plisson: Wir halten um die 50 Aktien und diese ungefähr gleich gewichtet. Das machen wir seit 20 Jahren so, und das wirkt wie eine Schwankungsbremse. Wenn man einen Fehler macht, fällt der dann auch nicht so ins Gewicht.

mm: Ich habe einmal mit einem Fondsmanager gesprochen, der sagte, wenn er in 51 Prozent der Fälle richtig läge, sei er schon zufrieden. Und Sie?

Plisson: Ich hoffe doch, dass wir öfter richtig liegen.

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