Freitag, 28. Februar 2020

Erholung Markt für geschlossene Fonds legt wieder zu

Topstandort Frankfurt: Deutsche Büroimmobilien sind bei Fondsanlegern wieder gefragt

Die Emittenten geschlossener Fonds lassen die Krise offenbar allmählich hinter sich. Im vergangenen Jahr legte ihr Markt erstmals seit langem wieder zu. Gefragt sind Investitionen in heimische Gewerbeimmobilien und New-Energy-Projekte. Schiffsfonds dagegen dümpeln weiter vor sich hin.

Hamburg - Der Markt für geschlossene Fonds ist im vergangenen Jahr erstmals seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder gewachsen. Nach Angaben des Initiatorenverbandes VGF platzierten die Emissionshäuser 2010 insgesamt 5,84 Milliarden Euro. Damit liegt das Platzierungsvolumen etwa 700 Millionen Euro über dem Vorjahr, eine Steigerung um 13,6 Prozent.

Im Rahmen der Wirtschaftskrise war das Vertrauen der Anleger in den Anlagetyp offenbar erheblich zurückgegangen. Im Jahr 2009 etwa brach das platzierte Eigenkapital laut VGF um fast 40 Prozent ein, im Jahr zuvor hatte es bereits einen Rückgang um mehr als 25 Prozent gegeben.

Favorit der Anleger waren im vergangenen Jahr Immobilienfonds, die in Deutschland investieren. Dieses Segment brachte es laut VGF alleine auf ein Platzierungsvolumen von 1,62 Milliarden Euro, 46 Prozent mehr als im Vorjahr. Auslandsimmobilienfonds dagegen büßten ihre Stellung als Anlegers Liebling ein. 2009 noch an der Spitze der Eigenkapitalstatistik mit einem Volumen von insgesamt 1,35 Milliarden Euro, rutschte diese Gruppe um beinahe 50 Prozent ab. Nur noch 723,1 Millionen Euro flossen den Fonds zu, die jenseits der Grenzen, etwa in London, Paris oder den USA meist in Gewerbeimmobilien investieren.

Energiefonds dank staatlicher Förderung auf dem Vormarsch

Ebenfalls weiterhin in der Krise stecken offenbar die Emittenten von Schiffsfonds. Auch dieser Beteiligungstyp gehörte früher zu den beliebtesten am Fondsmarkt. 2007 kam die Branche laut VGF noch auf ein Platzierungsergebnis von mehr als drei Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr war es nicht einmal eine Milliarde Euro. Und auch diese Zahl trügt, denn enthalten sind auch Liquiditätszuschüsse, die Anleger in bereits laufende Fonds gaben, um diese in der Krise zu stützen. Auf beinahe 300 Millionen Euro beliefen sich diese Hilfen laut VGF - ohne sie stagnierte das Verkaufsergebnis der Schiffsfondsemittenten auf Vorjahresniveau.

Fortgesetzt wurde dagegen der Vormarsch der Fonds für Projekte rund um das Thema "Neue Energien". 2008 kamen diese Fonds, die beispielsweise Photovoltaikanlagen, Windparks und Biogasbetriebe finanzieren, noch auf ein Eigenkapitalvolumen von 220 Millionen Euro. 2009 waren es schon 547 Millionen Euro und im vergangenen Jahr 832 Millionen Euro.

Das Wachstum der Branche beruht nicht zuletzt auf der Gunst des Gesetzgebers, denn die Kalkulation geht in den meisten Fällen nur auf, weil die Erzeugung grüner Energie in vielen Ländern weiterhin staatlich gefördert wird. Hierzulande bildet beispielsweise das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) die Grundlage für die Geschäfte der Fondsinitiatoren.

cr

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