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K+S im Überblick: Der deutsche Rohstoffriese

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Rohstoffe Russen bilden Kali-Riesen

In Russland entsteht der nach dem kanadischen Potash-Konzern weltweit zweitgrößte Kalidüngeranbieter. Damit erwächst auch dem Kasseler Kali- und Salzanbieter K+S ein schlagkräftiger Konkurrent. In der Branche herrscht weiterhin Übernahmefieber.

Moskau - Die russischen Kali-Produzenten Uralkali und Silvinit sind bei ihrem geplanten Zusammenschluss zum Weltmarktzweiten fast am Ziel. Die Aktionäre Silvinits stimmten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Freitag mit 90,9 Prozent für die Fusion, wie Uralkali am Montag mitteilte. Es wird erwartet, dass der Zusammenschluss noch im Mai unter Dach und Fach gebracht werden kann.

Kali ist neben Stickstoff und Phosphat einer der Hauptbestandteile von Düngemitteln. Mit der Schaffung eines neuen Kali-Riesen in dem rohstoffreichen Russland erwächst dem Kasseler Konzern K+S und dem kanadischen Branchenprimus Potash Corp of Saskatchewan ein schlagkräftiger Konkurrent.

Russland gehört zu den nur zwölf Ländern, in denen Kali produziert wird. Die Vorkommen dort gelten als sehr lukrativ. Der Düngemittelsektor ist schon seit einigen Jahren im Blickfeld der Investoren. Hintergrund ist der wirtschaftliche Aufstieg vieler Schwellenländer, deren Nahrungsmittelbedarf für ihre wachsenden Bevölkerungen stetig zunimmt. China und Indien sind zwei der wichtigsten Abnehmer des Düngemittel-Rohstoffs.

Milliardär Kerimow hat Placet der Regierung

Architekt der Kali-Fusion in Russland ist der Milliardär Suleiman Kerimow. Er hatte 2010 zusammen mit Investoren Kontrollmehrheiten an beiden Firmen erworben und damit die Allianz angeschoben. Im Dezember hatte Uralkali dann angekündigt, für rund 1,4 Milliarden Dollar 20 Prozent an Silvinit zu übernehmen. Die Fusion soll letztlich per Aktientausch vollzogen werden, so dass Kerimow am Ende noch rund 16 Prozent an dem kombinierten Konzern halten wird.

Ministerpräsident Wladimir Putin war über das Vorhaben informiert. Ohne Zustimmung des Regierungschefs kommen in Russland im Rohstoffsektor keine Großfusionen zustande. Gegen den Zusammenschluss hatte der russische Düngemittelhersteller Acron geklagt. Vergangene Woche hatte ein Gericht allerdings den Antrag von Acron gestoppt, per einstweiliger Verfügung das Aktionärstreffen von Silvinit zu verhindern. Acron ist einer der Anteilseigner von Silvinit.

Übernahmefieber in der Branche

In die Branche war 2010 Bewegung gekommen, als der australische Bergbaukonzern BHP Billiton für 39 Milliarden Dollar Weltmarktführer Potash übernehmen wollte. Die kanadische Regierung, die wirtschaftliche Nachteile für das Land befürchtete, hatte aber ein Veto eingelegt und das Vorhaben gestoppt. Potash hatte sich gegen die Übernahmepläne gewehrt. Vor wenigen Wochen hatte der US-Agrarkonzern Cargill eine neue Übernahmerunde eingeleitet. Das Unternehmen hatte überraschend seine Mehrheitsbeteiligung an dem US-Düngemittelproduzenten Mosaic zum Verkauf gestellt. Zudem kündigte die Regierung Weißrusslands kürzlich an, sich von 25 Prozent am heimischen Kali-Produzenten Belaruskali zu trennen.

K+S hatte im November mitgeteilt, für gut 300 Millionen Euro das kanadische Unternehmen Potash One zu kaufen. Damit will K+S seine Kali-Produktions-Kapazitäten ausbauen.

la/reuters
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