Attraktivitätsverlust Standort Deutschland bröckelt

Ausländische Investoren sind in Deutschland auf dem Rückzug. Das deutsche Engagement im Ausland dagegen nimmt zu.

Genf - Deutschland ist hinter den USA und Großbritannien zum weltweit drittgrößten Investor im Ausland aufgerückt. Das geht aus dem Weltinvestitionsbericht hervor, den die Uno-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) veröffentlichte. Als Standort für Auslandsinvestitionen hat Deutschland allerdings an Attraktivität verloren. Insgesamt erreichten die ausländischen Direktinvestitionen weltweit 1997 den Rekordwert von umgerechnet 400 Milliarden Dollar.

Die deutschen Auslandsinvestitionen stiegen von knapp 30 Milliarden auf 34,3 Milliarden Dollar. Sie sind damit höher als die französischen Direktinvestitionen. In den USA war Deutschland mit 10,7 Milliarden Dollar der größte Auslandsinvestor vor den Niederlanden. Die USA investierten 115 Milliarden Dollar im Ausland, Großbritannien 58 Milliarden Dollar.

Zum zweiten Male hintereinander haben ausländische Firmen mehr Mittel aus Deutschland abgezogen, als sie hier neu investierten.

Wie die Organisation weiter ermittelte, war das größte Unternehmen der Welt - gemessen an den Kapitalanlagen im Ausland - 1996 der US-Elektronikkonzern General Electric mit 82,8 Milliarden Dollar. Dahinter lagen der vom ersten Platz verdrängte niederländisch-britische Ölkonzern Shell und der US-Autohersteller Ford. Der Volkswagenkonzern kommt auf Platz acht (Banken wurden nicht berücksichtigt). Unter den 100 größten Firmen sind neun deutsche Unternehmen, neben Volkswagen noch Bayer, Hoechst, Daimler-Benz, Siemens, BASF, BMW, Bosch und Mannesmann.

Die Unctad geht davon aus, daß bis zu zehn der größten Autohersteller in den nächsten zwölf Jahren von Konkurrenten geschluckt werden.

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