Geldanlage Aktiensparer auf der Flucht

An den Börsen geht es weltweit wieder aufwärts, doch die Zahl der Aktionäre in Deutschland sinkt kräftig. Fast eine halbe Millionen Menschen kehrten im zweiten Halbjahr 2010 Aktien und Aktienfonds den Rücken. Dies hat negative Folgen für die langfristige private Altersvorsorge.
Börse in Frankfurt: Die Kurse sind 2010 kräftig gestiegen - doch die Zahl der Anleger in Deutschland ging weiter zurück

Börse in Frankfurt: Die Kurse sind 2010 kräftig gestiegen - doch die Zahl der Anleger in Deutschland ging weiter zurück

Foto: dpa

Frankfurt am Main - Wie das Deutsche Aktieninstitut ermittelt hat, ging die Zahl der Anleger, die direkt oder indirekt in Aktien investiert sind, auf rund 8,2 Millionen zurück. Im ersten Halbjahr 2010 hatte die Zahl noch bei gut 8,6 Millionen gelegen.

Als "schweren Rückschlag für die Aktienakzeptanz" wertete das Institut in Frankfurt am Dienstag die neuen Zahlen. Zu Zeiten des Börsenbooms im Jahr 2001 war die Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzer in Deutschland auf fast 13 Millionen geschnellt. Jüngste Umfragen hatten bei Börsianern die Hoffnung genährt, dass im Wirtschaftsaufschwung die Aktie als Geldanlage wieder gefragter sein würde.

Die sinkende Zahl von Aktiensparern hat nach Einschätzung von Beobachtern nicht nur mit der Finanzkrise und dem Kursrutsch an den Börsen im Jahr 2008 zu tun. Auch die seit 2009 geltende Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge hat das langfristige Aktiensparen für Anleger mit kleinen und mittleren Einkommen unattraktiver gemacht, da die Steuerfreiheit auf Gewinne aus langfristigen Anlagen gestrichen wurde.

Seitdem werden auf Gewinne aus Aktiengeschäften 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Kirchensteuer fällig - unabhängig davon, wie lange die Papiere gehalten wurden.

Abgeltungsteuer: Ein Irrtum an drei Fronten

la/dpa-afx
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