Geldbeschaffung Deutsche Börse rechnet mit mehr Börsengängen

Nach Einschätzung der Deutschen Börse werden in diesem Jahr zahlreiche neue Namen auf dem Kurszettel auftauchen. 2010 waren lediglich acht Unternehmen im Prime Standard an die Börse gegangen - diese Zahl dürfte sich nach Einschätzung von Beobachtern mehr als verdoppeln.
Warten auf Derby Cycle: Neuer Hauptsitz der Deutschen Börse AG in Eschborn

Warten auf Derby Cycle: Neuer Hauptsitz der Deutschen Börse AG in Eschborn

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Boris Roessler/ dpa

Eschborn - "Wir erwarten, dass im laufenden Jahr die Zahl und das Volumen der Börsengänge wieder deutlich zunehmen werden", sagte Aufsichtsratschef Manfred Gentz am Montag auf der Jahreseröffnungsfeier des Börsenbetreibers. 2010 waren lediglich acht Unternehmen im streng regulierten Prime Standard an die Börse gegangen.

Experten rechnen damit, dass es in diesem Jahr in Frankfurt bis zu 20 Initial Public Offerings (IPOs) geben wird. Erster Neuzugang des Jahres auf dem deutschen Börsenparkett dürfte der Fahrradhersteller Derby Cycle sein, dessen Aktien am 4. Februar erstmals gehandelt werden sollen.

Auch die Zukunft der Deutschen Börse  sieht Gentz positiv: Der Wettbewerb der Börsen untereinander sei zwar international und durch neue Handelsplattformen härter geworden, was sich auf die Erlösstruktur auswirke und zu deutlich höherer Kosteneffizienz zwinge. Die Deutsche Börse sei aber "gut gerüstet auch für die weitere Internationalisierung unseres Geschäfts".

Fokus liegt auf Asien

Asien werde auch im neuen Jahr "im Fokus der Wachstumsanstrengungen stehen", sagte Börsenchef Reto Francioni laut Redetext. Zugleich versprühte der Manager Optimismus für 2011: Die Finanzkrise sei "durchlebt und durchlitten", nun dürfe man mit Zuversicht auf das Jahr blicken. Die von vielen Regierungen geplante strengere Regulierung der Finanzmärkte sehen die Manager des Dax-Konzerns ebenfalls positiv.

"Wie auch immer die Regulierungen in den einzelnen Projekten ausfallen, es können sich daraus Chancen für die Deutsche Börse ergeben, die wir nutzen wollen und werden, zum Beispiel im Bereich des Clearings außerbörslich gehandelter Derivate", sagte Gentz. Allerdings sei es bedauerlich, dass die Chancen einer weltweit abgestimmten Regulierung deutlich geringer geworden seien.

la/rtr
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