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Chronologie: Die Übernahmeschlacht um Hochtief

Foto: Marcus Brandt/ dpa

Anteil erhöht ACS treibt Hochtief vor sich her

Der spanische Baukonzern ACS hat mit Ablauf des feindlichen Übernahmeangebots seine Beteiligung an Hochtief weiter ausgebaut und kontrolliert nun mehr als 31 Prozent der Anteile. Klarheit über die Zukunft Hochtiefs wird Anfang Februar herrschen, wenn die letzte Frist verstrichen ist.

Düsseldorf - Die Chancen, dass der deutsche Baukonzern Hochtief seine Unabhängigkeit behält, sind weiter gesunken. Der spanische Angreifer ACS konnte mit Ablauf der feindlichen Übernahmeofferte seinen Hochtief-Anteil um mehr als ein Prozent ausbauen und kontrolliert nun 31,59 Prozent der Hochtief-Aktien, wie ACS am Freitag mitteilte.

Endgültige Klarheit über die Zukunft von Hochtief  wird aber erst Anfang Februar herrschen. Denn noch gilt eine letzte Frist: Sieben Bankarbeitstage lang haben die Hochtief-Aktionäre vom Montag an Zeit, von der Annahme des Angebots zurückzutreten. Bis zum Ablauf des 1. Februar können sie damit ihr Vorgehen noch überdenken.

Am 3. Februar wolle ACS die finalen Ergebnisse des Übernahmeangebots für Hochtief veröffentlichen, bekräftigte eine ACS-Sprecherin. Der Essener Konzern wartet auf das endgültige Resultat: "Wir werden sehen, wie das endgültige Ergebnis aussieht", sagte ein Hochtief-Sprecher. ACS-Chef Florentino Perez, zugleich Präsident des Fußballclubs Real Madrid, will nach eigenen Angaben den weltweit führenden Infrastrukturkonzern schmieden, dessen Angebotspalette vom Bau und Betrieb von Mautautobahnen bis hin zu Sportstadien reichen würde.

Kaum noch Chancen, ACS zu entkommen

Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter und der Gesamtbetriebsrat fürchten indes, dass ACS das Essener Unternehmen mit seiner australischen Tochter Leighton zerschlagen könnte. ACS hatte je neun eigene Aktien für jeweils fünf Hochtief-Aktien geboten. Hochtief hatte seinen Anteilseignern empfohlen, die Offerte nicht anzunehmen. Analysten sehen so gut wie keine Chancen mehr für Hochtief, ACS zu entkommen. Zuletzt hatten auch die Abwehrbemühungen nachgelassen und die Indizien zugenommen, dass sich Hochtief mit den neuen Herren aus Spanien arrangiert.

Als möglicher letzter Ausweg könnte noch eine weitere Kapitalerhöhung gelten, hatte es in Finanzkreisen geheißen. Hedge-Fonds könnten zudem die angedienten Anteilsscheine gezielt aufkaufen, um sie dann der Kontrolle von ACS wieder zu entziehen, hatten Händler spekuliert. So könnten die Spanier wieder unter die entscheidende Schwelle von 30 Prozent am Hochtief-Kapital gedrückt werden. Beide Szenarien werden von Analysten aber als unwahrscheinlich angesehen.

ACS hatte seit dem 1. Dezember Hochtief-Aktien eingesammelt, die verlängerte Annahmefrist der Übernahmeofferte war am vergangenen Dienstag um Mitternacht ausgelaufen. Bereits nach Ablauf der ersten Annahmefrist zum 29. Dezember waren ACS über 2,3 Millionen der Hochtief-Anteilsscheine angedient worden, der spanische Konzern konnte damals auf 30,34 Prozent der Anteile zurückgreifen.

ACS: Hochtiefs Scheinkampf um die Selbstständigkeit

la/rtr
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