Mega-Transaktion Staatsausstieg bei AIG steht bevor

Die US-Regierung bereitet den Ausstieg beim Versicherungsriesen AIG vor, den sie in der Finanzkrise verstaatlicht hatte. Entsprechend steigt die Fieberkurve in Finanzkreisen. Denn die Transaktion dürfte zu den zehn größten Aktienofferten aller Zeiten zählen.
Optimistischer US-Finanzminister Geithner: Steuerzahler sollen jeden Dollar von AIG wiederbekommen

Optimistischer US-Finanzminister Geithner: Steuerzahler sollen jeden Dollar von AIG wiederbekommen

Foto: JASON REED/ REUTERS

New York - Die US-Regierung hat den Weg für einen Verkauf ihres Mehrheitsanteils am Versicherungsriesen AIG geebnet. Die dazu erforderliche Kapitalumschichtung wurde am Freitag abgeschlossen. Demnach hält das Finanzministerium nun eine Beteiligung von 92 Prozent an dem in der Finanzkrise verstaatlichten Konzern, nachdem die US-Notenbank ihre Hilfen zurückerhalten hat.

Ressortchef Timothy Geithner äußerte sich optimistisch, dass die Steuerzahler jeden Dollar zurückbekommen, den sie in AIG gesteckt haben. Der Verkauf der Anteile soll nun rasch angegangen werden. Die Regierung erwartet daraus einen Gewinn von mehreren zehn Milliarden Dollar, da die AIG-Aktien im vergangenen Jahr an Wert gewonnen haben.

Die Finanzwelt schaut mit Spannung darauf, welche Banken mit der Transaktion beauftragt werden, die zu den zehn größten Aktienofferten aller Zeiten zählen könnte. Entsprechende Gespräche laufen bereits. Vertreter des Finanzministeriums trafen sich dazu am Donnerstag in New York mit Bankern. Darunter waren die Chefs von einigen der weltweit führenden Geldhäuser.

Besonders gute Chancen werden den Banken eingeräumt, die bei der Vergabe von Kreditlinien über 4,3 Milliarden Dollar an AIG im Dezember eine Schlüsselrolle hatten. Federführend waren damals JPMorgan Chase, Bank of America und Citigroup daran beteiligt gewesen.

Staat will sich bis 2012 komplett zurückziehen

Ein Banker sagte, er wäre nicht überrascht, wenn die Regierung bereits nächste Woche die Manager auswählt, die das Geschäft über die Bühne bringen sollen. Nach früheren Informationen aus mit der Situation vertrauten Kreisen ist der Verkauf eines großen AIG-Pakets durch die Regierung ab Mitte Mai wahrscheinlich. Bis 2012 wolle sich das Finanzministerium von seiner Beteiligung trennen.

Die Regierung hatte AIG im September 2008 vorm Zusammenbruch bewahrt. Die Rettung belastete den Steuerzahler mit insgesamt 182 Milliarden Dollar. An Barmitteln ist das Finanzministerium mit 68 Milliarden Dollar engagiert. Den Banken winkt ein Prestigedeal, um den sich viele balgen. Finanzkreisen zufolge dürften daher die Gebühren dafür allerdings auch geringer ausfallen als bei anderen Transaktionen ähnlicher Größe. Die Institute hätten in etwa eine Bezahlung in der Höhe zu erwarten wie die Institute, die GM-Aktien der Regierung an die Börse brachten.

mak/rtr