Volksbanken und Sparkassen Stadtinstitute werden zum Gebührenschreck

Wenn's um Geld geht, sollten die Bundesbürger künftig die EC-Automaten vieler Volksbanken und Sparkassen meiden, wenn sie nicht Kunden der Institute sind. Denn ein Test hat gezeigt: Die Regionalinstitute wollen bis zum Doppelten dessen für den Service nehmen, was Deutsche Bank und Co. verlangen.
Wenn's um Geld geht: Hohe EC-Automaten-Gebühren bei Volksbanken und Sparkassen bemängelt

Wenn's um Geld geht: Hohe EC-Automaten-Gebühren bei Volksbanken und Sparkassen bemängelt

Foto: ddp

Hamburg - Wer Bargeld abheben will, sollte künftig die Geldautomaten von Volksbanken und Sparkassen meiden - zumindest dann, wenn er sein Konto bei einem Institut hat, das nicht deren Automatenverbünden angehört. Das jedenfalls raten Tester der Frankfurter FMH-Finanzberatung den Bundsbürgern. Der Grund: "Diese regional arbeitenden Häuser werden 3,50 bis fünf Euro verlangen, wenn ein Fremdkunde an ihren Geldautomaten abhebt und damit deutlich mehr als die 1,95 Euro, auf die sich die Privatbanken geeinigt haben", sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung, als Fazit einer Umfrage seines Hauses unter fast 50 Banken und Sparkassen.

Hintergrund der Befragung: Spätestens ab dem 15. Januar 2011 müssen die Banken an ihren Geldautomaten anzeigen, was ein Fremdkunde für die Versorgung mit Bargeld zahlen muss. Als Fremdkunde gelten Personen, die ihr Girokonto bei einer Bank haben, die nicht dem jeweiligen Geldautomatenverbund angehört. Die Verpflichtung, die Kosten für Fremdabhebungen anzuzeigen, geht zurück auf eine Erhebung der FMH-Finanzberatung vom März 2010. "Dabei stellte sich heraus, dass die Abhebepauschalen, die die Banken ihren eigenen Kunden berechneten, bis zu zehn Euro betragen können. Und die Gebühren, die die Banken untereinander verlangten, waren zum Teil noch deutlich höher", so Max Herbst. Die Ergebnisse schlugen solche Wellen, dass sich das Verbraucherministerium einschaltete.

Privatbanken einigen sich auf 1,95 Euro

Nun gilt: Banken und Sparkassen werden die entsprechende Gebühr an ihren Automaten anzeigen. Hebt ein Fremdkunde Geld ab, werden ihm diese Kosten direkt in Rechnung gestellt statt - wie bisher - zwischen den Banken verrechnet. Der Bundesverband deutscher Banken, der die privaten Banken vertritt, entschied: Jeder Fremdkunde außerhalb des Verbundes zahlt eine Pauschale von 1,95 Euro pro Abhebung. Auch PSD Banken und Sparda-Banken haben sich auf diese Gebührenhöhe geeinigt, wie der FMH-Inhaber recherchiert hat. Für Herbst ist das eine akzeptable, aber keine übertrieben günstige Lösung: "Wenn man bedenkt, dass die tatsächlichen Kosten für die Abhebung weit unter einem Euro liegen, verdienen die Banken weiter sehr gut daran."

Viel weniger erfreulich ist nach Herbsts Ansicht das Verhalten von Volksbanken und Sparkassen, die im ländlichen Bereich fast ein Geldautomaten-Monopol besäßen: Sparkassen und Volksbanken verlangen vier bis fünf Euro pro Fremdabhebung, wie diese, aber auch andere Erhebungen ergeben haben. "Offenbar sollen damit Kunden bestraft werden, die sich günstigere Giro-Anbieter ausgesucht haben und den Geldautomaten der früheren Bank auf Grund kurzer Wege weiter nutzen wollen. Angesichts der Kosten von weit unter einem Euro ist das schon grenzwertig", so seine Einschätzung.

Auch das Kartellamt hatte generelle Gebühren von fünf Euro im vergangenen Juli als "nicht hinnehmbar" bezeichnet. Der FMH-Inhaber geht aber davon aus, dass Fremdkunden die überzogenen Entgelte nicht lange akzeptieren werden, wenn diese jedes Mal angezeigt werden.

manager magazin
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