Bilanz Gewinn halbiert

Die deutsche Tochter des US-Computerkonzerns IBM hat im vergangenen Jahr nur halb so viel verdient wie im Vorjahr.

Stuttgart - Der Konzerngewinn vor Steuern fiel von 1,47 Milliarden auf 758,9 Millionen Mark. Das berichtete IBM Deutschland am Dienstag in einer Pflichtmitteilung im Bundesanzeiger. Das Unternehmen sprach von einem dramatischen Preisverfall bei Hardware-Produkten, zu denen Festplatten, Monitore oder Tastaturen gehören.

Der Gewinn nach Steuern verminderte sich auf 279 Millionen Mark nach 875 Millionen Mark zuvor. Neben den fallenden Preisen schlugen bei IBM Kosten zum Verbessern der Wettbewerbsfähigkeit zu Buche. Die Ausgaben für Personal stiegen um vier Prozent auf drei Milliarden Mark, wozu Vorruhestandsprogramme beitrugen.

Der Konzernumsatz der deutschen Tochter stagnierte bei 11,4 Milliarden Mark. Während der Inlandsumsatz um zwei Prozent auf 8,8 Milliarden Mark abnahm, wuchsen die Exportumsätze um sechs Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Mark. Die Sparte Hardware setzte 2,4 Milliarden Mark um (minus fünf Prozent). Dagegen wuchs die Dienstleistungssparte um zwei Prozent auf 5,1 Milliarden Mark Umsatz. Damit liegt der Anteil der Dienstleistungen am Inlandsumsatz bereits bei 58 Prozent.

Die deutsche Tochter versteht sich als ein integraler Bestandteil des weltgrößten Computerkonzerns International Business Machines Corporation (Armonk/US-Staat New York) und präsentiert ihre Zahlen nicht mehr auf Pressekonferenzen. IBM Deutschland argumentierte bisher, die Zahlen der deutschen Handelsbilanz seien wegen des stark internationalisierten Geschäfts nur noch eingeschränkt aussagefähig.

Die Zahl der Mitarbeiter stieg bis zum Ende 1997 per Saldo um 813 auf 20.589. 1997 verließen 900 Mitarbeiter über die schon vor Jahren aufgelegten Personalprogramme den deutschen Konzern. Neueinstellungen gab es vor allem in der expandierenden Servicesparte, die nach früheren IBM-Angaben weltweit führend ist. Im laufenden Jahr soll die Zahl der Mitarbeiter nach Unternehmensangaben vom September um etwa 2400 auf 23.000 wachsen. Die deutsche IBM-Tochter investierte 1997 in Sachanlagen 1,22 Milliarden Mark, 35 Prozent mehr als zuvor. Den Löwenanteil daran hielt das Mainzer Werk, wo die Produktion für Speichertechnik für 220 Millionen Mark ausgebaut wurde.

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