Commerzbank Finanzholding Rebon übernimmt zehn Prozent

Der Einstieg kam offenbar selbst für den Vorstand der Frankfurter überraschend. Die Finanzholding Rebon hat ein umfangreiches Aktienpaket des Kreditinstituts zusammengekauft.

Frankfurt am Main - Der Vorstand sei am Mittwoch darüber informiert worden, dass die holländische Investorengruppe Rebon B.V. und ihrer deutsche Tochter CoBRa Beteiligungsgesellschaft 9,9 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank zuzurechnen seien, teilte das Kreditinstitut am Mittwoch mit. Zudem sei eine Aufstockung dieses Pakets beabsichtigt.

Rebon ist damit größter Einzelaktionär noch vor dem italienischen Versicherer Generali, der fünf Prozent an der Commerzbank hält.

Vorstandschef Martin Kohlhaussen begrüßte das Investment und erklärte: "Wir werden unsere erfolgreiche Geschäftspolitik weiter fortsetzen. Die strategische Ausrichtung der Commerzbank ändert sich nicht." Rebon habe versichert, keinen Einfluss nehmen zu wollen. Es handele sich um ein reines Finanzinvestment.

Bislang hatte die Commerzbank keine Kenntnis über einen Anteil der Rebon oder CoBRa, räumte ein Commerzbank-Sprecher ein. Auch wisse er nicht, um wie viel die Gruppe ihren Anteil künftig aufstocken wolle. Rebon erklärte unterdessen, ihren Anteile an der Commerzbank bereits in der kommenden Woche erhöhen zu wollen. Über den Umfang schwieg sich der Sprecher der Finanzholding aus.

Nach Angaben der Bank hatte vor dem Rebon-Einstieg noch nie ein Aktionär mehr als fünf Prozent der Stimmrechte bei dem Institut auf sich vereinigen können. Dies ist auch die Schwelle, ab der eine entsprechende Anzeige beim Bundesaufsichtsamt gemacht werden muss, die Rebon bereits abgegeben hat.

Die Commerzbank hofft, dass mit der Mitteilung über den Rebon-Einsteig nun "auch die Gerüchte der letzten Wochen verstummen sollten". In Börsenkreisen war seit langen spekuliert worden, das Kreditinstitut stehe kurz vor der Übernahme. Heimlich seien größere Aktienpakete über Wochen von Unbekannten aufgekauft worden, hieß es. Vor allem ausländische Banken waren immer wieder als potenzielle Käufer ins Spiel gebracht worden. Mit Blick auf das bisherige Geschäftsgebaren von Rebon scheint es nicht unwahrscheinlich, dass die Finanzholding ihre Anteile an der Commerzbank schon bald gewinnbringend an ein Bank verkauft.

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