Deutsche Bank Breuer: "Wir sind jetzt gebrannte Kinder"

Vorstandschef Rolf-E. Breuer will die Suppe auslöffeln, die er eingebrockt hat, und seinen bis 2002 laufenden Vertrag voll erfüllen. Das Scheitern der Fusion mit der Dresdner Bank bezeichnete er gegenüber manager magazin als einen der "unangenehmsten Tage in meiner Karriere".

Hamburg - Rolf-E. Breuer will seinen bis zum Jahr 2002 laufenden Vertrag als Vorstandssprecher der Deutschen Bank auch nach der geplatzten Fusion mit der Dresdner Bank bis zum Ende erfüllen. Er habe zu keinem Zeitpunkt an Rücktritt gedacht, sagte Breuer im Interview mit manager magazin. Breuer wörtlich: "Ich handele nach dem Motto, wer die Suppe eingebrockt hat, soll sie auch auslöffeln."

Der Primus der Deutschen Bank bezeichnete das Scheitern des Mega-Mergers als einen der "unangenehmsten Tage in meiner Karriere." Der Zwang zur Konsolidierung im deutschen Bankgewerbe bestehe nach wie vor. "Schon deshalb", so Breuer, "ist es ein Jammer, dass es nicht zum Zusammenschluß gekommen ist". Gegenwärtig verfolge die Deutsche Bank allerdings keine Fusionspläne. "Wir sind jetzt gebrannte Kinder und zur doppelten Vorsicht angehalten."

Breuer nahm zudem Edson Mitchell, den Investmentbanking-Star der Deutschen Bank, ausdrücklich in Schutz. Gerüchte, Mitchell habe mit Kündigung gedroht, um einen Fusion mit der Dresdner Bank zu verhindern, seien falsch. "Mitchell war ausgesprochen konstruktiv", so Breuer, "er wird zu Unrecht zum Buhmann gestempelt."

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